Neue Rechtsprechung zur Limited
am 02.06.2005 von http://rechtundwirtschaft.blogspot.com
Während das Justizministerium weiter über der GmbHG-Reform brütet, gräbt die englische Limited der deutschen GmbH immer weiter das Wasser ab. Die neue Rechtsform geht auch an uns Wirtschaftsjuristen nicht spurlos vorbei und hat bereits einen breiten Tintenfluss in Literatur und Rechtsprechung hinterlassen.
Auch das Amtsgericht Bad Segeberg will nicht abseits stehen und hat nun seinen Beitrag zur rechtlichen Einordnung einer deutschen Limited geleistet: Unter Aktenzeichen 17 C 289/04 widmet sich das Gericht einem besonders heißen Eisen, der Insolvenzverschleppungshaftung. Auf diese hatte sich ein Gläubiger berufen, der seine Dienstleistungen in einer bankrotten Schönheitsfarm-Ltd. versenkt hatte. Jetzt schaute er auch vor Gericht in die Röhre: Das AG Bad Segeberg verneinte eine persönliche Haftung der Limited-Betreiber auf Basis der deutschen Insolvenzverschleppungshaftung. Damit kann sich (zumindest in Bad Segeberg) ein Limited-Manager mit der ausländischen Rechtsform auch gleichzeitig vor der deutschen Direkthaftung in Sicherheit bringen. Das AG verwies den Gläubiger auf den englischen Rechtsweg und lieferte auch eine eigenwillige Begründung mit: Deutsche Haftungsregeln seien deshalb nicht anwendbar, weil auch das englische Recht Regeln zur Insolvenzverschleppungshaftung bereithielte.
Versucht das AG Bad Segeberg, das Prinzip der stellvertretenden Strafrechtspflege um eine stellvertretende Insolvenzrechtspflege zu erweitern? So verstehe ich jedenfalls die eigenartige Urteilsbegründung. Aber vielleicht wird das juristische Fundament des Urteils ja noch von einer weiteren Instanz präzisiert.
Von dieser Stelle sei auch der Gläubiger herzlich gegrüßt. Er wird viel Spaß dabei haben, zuerst im Vereinigten Königreich einen …
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