Nationaltorwart Robert Enke hinterließ Abschiedsbrief
Reuters | 11. November 2009 — Berlin (Reuters) - Der am Dienstagabend von einem Zug erfasste und getötete Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke hat einen Absc…
Berlin (Reuters) - Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke ist tot.
Nach Angaben seines Beraters Jörg Neblung beging er am Dienstagabend Selbstmord. Enke sei gegen 18.25 Uhr von einem Regionalexpress an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge in der Nähe von Hannover erfasst worden, sagte ein Polizeisprecher. "Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte", sagte der Teammanager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff.
Enke wurde 32 Jahre alt. Wegen einer hartnäckigen Viruserkrankung war er wochenlang als Nummer eins ausgefallen und hatte erst kürzlich sein Comeback beim Bundesligisten Hannover 96 gegeben. Dem achtmaligen Nationalspieler wurden gute Chancen eingeräumt, kommendes Jahr bei der Weltmeisterschaft in Südafrika dabei zu sein. Der in Jena geborene Enke hinterlässt eine Ehefrau und eine acht Monate alte Tochter, die das Paar im Mai adoptiert hatte. Seine leibliche Tochter starb 2006 im Alter von zwei Jahren an einem Herzfehler.
"Wir sind fassungslos und voller Trauer", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, in einer ersten Stellungnahme. "Ich bin unendlich traurig", sagte Franz Beckenbauer. Der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, sprach von einer Tragödie. Deutschland habe einen außerordentlichen Athleten und sensiblen Menschen verloren, der für viele ein Vorbild gewesen sei, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. Hunderte Fans zogen am Abend spontan mit Kerzen vor die Vereinszentrale von Hannover 96.
Enke hatte wegen seiner Erkrankung die letzten drei WM-Qualifikationsspiele verpasst und stand auch nicht im Kader für die in den kommenden Tagen angesetzten Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste. Dennoch galt er weiterhin als aussichtsreicher Anwärter auf einen Platz im WM-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw. Ob die Freundschafspartie gegen Chile wie vorgesehen am Samstag ausgetragen wird, stand zunächst nicht fest.
Erschienen 11. November 2009 bei http://www.reuters.com.
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