Arzneimittelabgabe über Apothekenterminals?
BLOG | MEIN-RECHT-IM-NETZ.DE | 15. Juli 2010 — Das BVerwG hat in zwei Klageverfahren selbständiger Apotheker die Abgabe von Arzneimitteln mittels sog. Apothekenterminals im We…
Das Verwaltungsgericht (VG) Berlin hat in seinem Beschluss vom 10.10.2006 (Az.: VG 14 A 28.06) den Antrag eines Apothekers zurückgewiesen, das Land Berlin im Wege einer einstweiligen Anordnung zu verpflichten, ihm die Erlaubnis zum Betrieb einer Apotheke in einem großen medizinischen Versorgungszentrum in Berlin, einem sogenannten Ärztehaus, zu erteilen.
Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte verschiedener Fachrichtungen fachübergreifend tätig sind. Vorbild für diese neuerdings rechtlich zulässigen MVZ sind die Polikliniken der ehem. DDR. Der Betreiber eines solchen MVZ mit einer großen Anzahl angestellter Ärzte hatte außerdem u. a. eine Apotheke eingeplant und mit dem Antragsteller, einem approbierten Apotheker, deshalb einen Mietvertrag über ca. 280 m² große, in dem Ärztehaus befindliche Apotheken-Räumlichkeiten geschlossen. Die zuständige Behörde lehnte die Erteilung der Apothekenbetriebserlaubnis mit der Begründung ab, angesichts des immens hohen Mietzinses - unter Einbeziehung diverser Nebenkosten ca. 480.000,- € im Jahr mit automatischen jährlichen Anhebungen - sei die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit des Apothekers derart eingeschränkt, dass die Gefahr illegalen Handels nicht auszuschließen sei. Ein solcher Mietvertrag sei nichtig.
Dem ist das Verwaltungsgericht gefolgt. Nach dem Apothekengesetz seien am Umsatz oder Gewinn ausgerichtete Mietverträge unzulässig. Damit solle vermieden werden, dass ein Apotheker durch wirtschaftliche Abhängigkeit von Dritten, beispielsweise Vermietern, in seiner an der Gesundheit der Bevölkerung orientierten beruflichen Verantwortung und Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt werde. Es müsse im Ansatz verhindert wer…
» Vollständiger ArtikelErschienen 17. Oktober 2006 auf http://info.folkertjanke.de.
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