Mutterliebe

Gestern Abend gegen 22 Uhr erreichte mich der Notruf einer Mutter. Die Polizei haben ihren 21-jährigen Sohn mitgenommen. Den Jungen “betreue” ich, seitdem er 17 ist.

Es war nicht ganz einfach, die weiteren Umstände der Verhaftung zu erfahren. Die Mutter machte am Telefon nicht den Eindruck, daß Sie imstande war, die ihr grundsätzlich zur Verfügung stehenden Fähigkeiten einzusetzen. Ich habe dann mühsam herausgefunden, daß mehrere Beamte in Uniform die Wohnung durchsucht haben. Ob etwas (Betäubungsmittel?) gefunden wurde, wußte die Mutter nicht. Irgendwas habe sie aber dann unterschrieben.

Eine Kopie des Durchsuchungsprotokolls? “Hmmm. Weeß ick doch nich! Ick will meinen Jungen wiedahamm!”

Es hat noch ein paar Minuten gedauert, bis ich dann entnervt aufgeben mußte. Es war nicht in Erfahrung zu bringen, welche Polizei den Sohn auf welche Dienststelle mitgenommen hat. Wir haben uns dann auf heute morgen “vertagt” - in der Hoffnung, das Problem löst sich bis dahin von selbst.

10:00 Uhr. Der dritte Versuch, die Mutter zu erreichen, scheitert. Am Festnetz hebt niemand ab, am Funktelefon nimmt die O2-Mailbox meine Frage nach dem Sohn entgegen. Zwei SMS bleiben auch unbeantwortet. Dabei wollte ich einfach nur wissen, ob der Junge wieder zuhause ist. Aber diese Frage schein…

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Themen: Beamte , Notruf , Mandanten

Erschienen 17. Dezember 2008 auf http://www.kanzlei-hoenig.de.

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