Die visuelle Kommunikation erreicht die Soziologie
Recht anschaulich | 18. Oktober 2010 — Auf dem Jubiläumskongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der vom 15. Bis 15. Oktober in Frankfurt/Main stattfand, g…
Rubin ist das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität Bochum. Es bietet eigentlich immer interessante Artikel, hat ein hochwertiges Layout und immer wieder gute Bilder. Auch das eben erschiene Heft Winter 2011 habe ich wieder gerne durchgeblättert und einige Artikel mit Gewinn gelesen, darunter einen der in Bochum ziemlich neuen Professorin Corinna Mieth, die einen Lehrstuhl für praktische Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Politischen Philosophie und Rechtsphilosophie innehat. Die Überschrift lautet »Pflichten stark machen. Weltarmut und die Pflichten der Reichen: Eine neue Position in der philosophischen Debatte«. Die Autorin geht der These Peter Singers1 nach, dass die Bürger der reichen Staaten gegenüber den Armen in der Welt nicht bloß moralisch lobenswerte Wohltäter seien, dass sie also nicht bloß »superrogatorische«, sondern starke moralische Pflichten hätten. Mieth hält das Distanzargument allein nicht für ausreichend, um eine starke Hilfspflicht zurückzuweisen. Sie weist auch die These von Thomas Pogge 2 zurück, die Hilfspflicht sei eine letztlich in der UN-Menschenrechtskonvention begründete Gerechtigkeitspflicht, weil versäumt werde, den in den armen Ländern von Staat und Wirtschaft begangenen Rechtsverletzungen an ihren Bürgern nicht zu begegnen. Mieth meint, mir einleuchtend, dass Mitwirkung einzelner Bürger reicher Staaten an der Verursachung der Armut und ihr Profitieren seien zu dünn, um daraus eine Kompensationspflicht abzuleiten. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass starke individuelle Hilfspflichten vor allem an der Unüberschaubarkeit der empirischen Zusammenhänge scheitern. 3 Ich will in diese Diskussion nicht einsteigen. Man kann nicht überall mitmischen, und ich habe mich bisher damit zufrieden gegeben, dass Entwicklungshilfe nach allgemeiner Auffassung nach dem zweiten Weltkrieg zu einer (institutionellen) Pflicht für die einen, zu einem Anspruch für die anderen und zu einer globalen Aufgabe für alle geworden ist. Auslöser war bekanntlich Präsident Trumans berühmtes »Point Four Program«: »Fourth: We must embark on a bold new program for making the benefits of our scientific advances and industrial progress available for the improvement and growth of underdeveloped areas.« (Rede zum Amtsantritt 1949) Dass ich den Artikel hier aufgreife, hat natürlich mit den Bildern zu tun. Gleich der erste Satz lautet: »Vor den Bildern aus Burundi, Eritrea oder Somalia kann im Medienzeitalter kaum jemand die Augen verschließen.« Das weckt mein Interesse. Darum ging es u. a. auch auf der Berliner Tagung, über die ich im Eintrag vom 13. 12. 2011 berichtet habe. 4 Aber die acht Bilder, die dann folgen, können mein Mitleid nun wirklich nicht wecken. Da klappert laut die Bild-Text-Schere. »Menschenrechte – Nahrung, Kleidung Unterkunft« , so lautet die Legende von Abb. 7: Bilder wecken Emotionen und deklaratives Wissen (auch über moralische Forderungen) wird intensiver aufgenomme…
» Vollständiger ArtikelErschienen 12. Januar 2012 auf http://recht-anschaulich.lookingintomedia.com.
Recht anschaulich | 18. Oktober 2010 — Auf dem Jubiläumskongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der vom 15. Bis 15. Oktober in Frankfurt/Main stattfand, g…
Anja Neubauer | 29. Juli 2011 — Ein Beschluss des Landgerichts Berlin vom 08.10.2010 – Az 16 O 458/10 – sorgte diese Woche für etwas Unruhe. “Wie, sind jetzt a…
Conle§i | 29. Juli 2011 — Ein Beschluss des Landgerichts Berlin vom 08.10.2010 – Az 16 O 458/10 – sorgte diese Woche für etwas Unruhe. “Wie, sind jetzt a…
Handakte WebLAWg | 23. März 2006 — Der Ethikrat befasst sich heute mit dem Thema “Selbstbestimmung und Verantwortung vor dem Tod“. Dabei geht es auch um Patient…
Recht anschaulich | 8. November 2009 — Aufmerksamen Beobachtern wird kaum entgangen sein, dass mein Hinweis auf die »2. Münchener Rechtsvisualisierungstagung am 23.…
Recht anschaulich | 2. Februar 2012 — Geselligkeit und Bewegung steigern die Lernfähigkeit, jedenfalls bei Mäusen. Das erfahren wir von dem Neurophysiologen Andreas …
Jurakopf | 10. März 2008 — Ich gestehe: Während mir sogar das Veraltungsrecht liegt, ist das Baurecht für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Obwohl das nun…
Jurakopf | 1. September 2008 — Das Wintersemester ist das Semester: Traditionsgemäß fangen die meisten zum WS ihr Studium an, entsprechend wird der Markt mit …
Jurakopf | 1. September 2008 — Mir begegnete das Brett des Karneades zum ersten Mal im zweiten Semester, seitdem regelmässig, zuletzt in meiner Seminararbeit.…
LBR-Blog | 9. Februar 2011 — Erst letzte Woche berichteten wir über das Phänomen der unzureichenden Anonymisierung in einem Urteil über eine gewisse “Nata…