Mündliche Prüfung - Erinnerungen und Wünsche

Die Einträge meines Bloggerkollegen Levay sind es, die mich bisweilen an vergangene Zeiten erinnern. Levay hat morgen mündliche Prüfung, nach deren Abschluss er sich Volljurist nennen darf. Ich bin sicher, dass er im 2-stelligen Bereich punkten wird und drücke daher nur vorsorglich die Daumen. Die beiden mündlichen Prüfungen, auf die ich zurückblicke, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Bei der mündlichen Prüfung zum Referendarexamen beim OLG Düsseldorf verdoppelte ich meine Punktzahl, die ich aus der schriftlichen Prüfung mitgebracht hatte. Es war einfach mein Tag an diesem Tag und alles passte: nette Prüfer und vier weitere weibliche Mitprüflinge. Wir Prüflinge kannten uns nicht, sahen aber aus, als ob wir uns in puncto Kleiderordnung verabredet hätten. Alle 5 trugen wir dunkelblaue Kostümchen, weiße Blusen und gelbe Seidentücher, teils eingesteckt, teils um den Hals und wer uns sah, hätte auch auf den Gedanken verfallen können, wir seien Stewardessen (neudeutsch: Saftschubsen) und wären gerade auf dem Düsseldorfer Flughafen gelandet. Nach der Prüfung wurde auf der Kö gefeiert und ich habe an diesem Tag so viel Geld für Prosecco unters Volk gebracht wie noch nie zuvor in meinem Leben (das hat sich übrigens bis heute nicht geändert). Das zweite Examen gab nur deshalb Anlass zum Feiern, weil es mir endlich ermöglichte, meine eigene Kanzlei zu eröffnen, ganz sicher nicht aber wegen des Verlaufs der mündlichen Prüfung. Ich habe diesen Tag, der nun über 10 Jahre zurückliegt, weitestgehend verdrängt, aber mir ist noch in lebhafter Erinnerung, dass mein Aktenvortrag sich u.a. damit befasste, dass im Rahmen eines Trunkenheitsdelikts der Beschuldigte meines Erachtens bei seiner Vernehmung nicht u…

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Themen: Volk , Wünsche Zur Prüfung

Erschienen 28. Juni 2009 auf http://strafverfahren.blogspot.com/.

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Kommentare zu "Mündliche Prüfung - Erinnerungen und Wünsche":

28. Juni 2009 von RA. Eberhardt Muschick, Berlin — Der Artikel weckte lebhafte Erinnerungen an meine Examen in Schleswig und in Hamburg. Obwohl sie etwas länger zurückliegen (ca. 30 Jahre) sind die Erinnerungen wieder richtig "hochgekommen". Statt Prosecco gab`s bei uns damals reichlich Champus vor dem Plenarsaal des OLG Schleswig. Und nach der Prüfung in Hamburg (Gemeinsames Prüfungsamt von Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein sind wir dann gemeinsam über die Reeperbahn gezogen unter Absingen von nicht ganz sauberen Liedern. Nicht schön aber laut. Wenn ich ehrlich bin, hatten wir in beiden Prüfung auch Glück. Jedesmal prüften die gestrengen Herren absolut protkollgerecht. Ein 3-fach Hoch auf die Protokolle des Repetitors

Allen Kolleginnen und Kollegen, die jetzt kurz vor der mündlichen Prüfung stehen, wünsche ich viel Erfolg.
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