Münchner U-Bahn-Schläger zu langen Haftstrafen verurteilt

München (Reuters) - Das Landgericht München hat die U-Bahn-Schläger wegen versuchten Mordes zu langen Haftstrafen verurteilt.

Der 21-jährige Serkan A. müsse zwölf Jahre ins Gefängnis, der 18-jährige Spyridon L. bekomme eine Jugendstrafe von acht Jahren und sechs Monaten, verkündete das Gericht am Dienstag. Sie hatten kurz vor Weihnachten einen 76-Jährigen krankenhausreif geschlagen und fast umgebracht.

Auslöser des Überfalls war die Aufforderung des pensionierten Schuldirektors, sich an das Rauchverbot in der U-Bahn zu halten. Die jungen Männer hatten die Tat gestanden, die von einer Überwachungskamera aufgezeichnet wurde. Sie wollten den Rentner aber nach eigenen Angaben nicht töten und erklärten ihr Handeln mit dem übermäßigen Konsum von Alkohol.

Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Jugendstrafe für den jüngeren Angeklagten und zwölf Jahre Haft für den älteren gefordert. Sie warf ihnen vor, den Tod des Mannes zumindest billigend in Kauf genommen zu haben. Die Verteidiger hatten auf schwere Körperverletzung plädiert und niedrigere Freiheitsstrafen verlangt.

Die Tat hatte eine bundesweite Debatte über kriminelle ausländische Jugendliche und eine Verschärfung des Jugendstrafrechts ausgelöst. Das Thema dominierte den hessischen Landtagswahlkampf, in dem Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mit Forderungen nach schärferen Gesetzen polarisierte. Die beiden türkisch- und griechischstämmigen Angeklagten hatten den Rentner bei der Attacke wegen seiner deutschen Nationalität beschimpft. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigte an, nach der Haft müssten die Verurteilten abgeschoben werden. "Es würde niemand verstehen, wenn Ausländer, die eine derartige Brutalität an den Tag legen, weiter in Deutschland bleiben könnten", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung.



Quelle: Reuters (8. Juli 2008)

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Themen: Weihnachten , U-bahn Schläger München

Erschienen 8. Juli 2008 bei http://www.reuters.com.

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