Verdächtige für Messerattacke auf Polizeichef kommen frei
Reuters | 15. Dezember 2008 — Passau (Reuters) - Nach der Messerattacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat sich der Tatverdacht gegen zwei junge…
Berlin (Reuters) - Der Polizeichef von Passau ist Opfer eines Anschlags mit vermutlich rechtsextremem Hintergrund geworden.
Nach Angaben der Polizei wurde der 52-jährige Alois Mannichl vor seiner Haustür am Samstagabend von einem Unbekannten niedergestochen und schwer verletzt. Vor der Gewalttat habe der Täter Drohungen ausgesprochen, die auf rechtsextreme Motive schließen ließen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Nach dem flüchtigen Täter, der bayerischen Dialekt mit eventuell österreichischer Einfärbung gesprochen habe, werde in Deutschland und Österreich gefahndet.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte in Passau, sollte sich der Verdacht eines Täters aus dem rechtsextremen Spektrum erhärten, hätte die Gewalt von Rechts eine völlig neue Dimension erreicht. "Das ist eine Eskalation der Gewalt, wie wir sie im rechtsextremistischen Bereich ... in den letzten Jahrzehnten nicht erlebt haben", sagte der CSU-Politiker. Die Tat zeige, dass Rechtsextremismus mit aller Härte bekämpft werden müsse.
Herrmann sagte, Mannichl sei in den vergangenen Jahren konsequent gegen alle rechtsradikalen Bestrebungen vorgegangen und deswegen seit Monaten Zielscheibe rechtsextremer Anfeindungen gewesen.
In Passau hat es in diesem Jahr mehrere Polizeiaktionen gegen die rechtsextremistische Szene gegeben. Nach Angaben des Innenministeriums hat sich die Zahl der bekannten rechtsextremen Straftaten in Passau 2008 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Die Polizei führt den Anstieg insbesondere auf die vermehrten rechten Veranstaltungen wie zum Beispiel die Beerdigung des führenden NPD-Funktionärs Friedhelm Busse zurück.
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