Mord an Politkowskaja: ROG fordert unabhängige Untersuchung
am 09.10.2006 von http://menschenrechte.blogg.de/
Reporter ohne Grenzen ist zutiefst bestürzt über den Mord an der russischen Journalisten Anna Politkowskaja. Ihre Anklage von Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien und ihr standhafter Einsatz für die Pressefreiheit machten sie zum Leuchtturm des unabhängigen Journalismus in Russland, so die Organisation für Pressefreiheit. Mit ihrer Ermordung wurde sie auf die brutalste Art und Weise zum Schweigen gebracht. Russlands demokratisches Gewissen wurde getötet.
Wir fordern eine unabhängige, internationale Untersuchung des Falls etwa unter der Leitung der Vereinten Nationen oder des Europarates, so die Organisation weiter. Denn Polizei und Justizbehörden in Russland haben in den vergangenen Jahren bereits eindrücklich ihre Unfähigkeit bewiesen, Morde an Journalisten aufzuklären. Der ungeklärte Mordfall vom Juli 2004 an Paul Klebnikov, Herausgeber der russischen Ausgabe von Forbes, ist das beste Beispiel dafür.
Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich morgen bei ihrem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine lückenlose Aufklärung des Mordes an Politkowskaja einsetzen, so ROG. Darüber hinaus muss sie eindringlich die Wahrung der Medien- und Meinungsfreiheit in Russland anmahnen. Diese würden unter Putin zunehmend eingeschränkt. Nachdem zunächst sämtliche Radio- und Fernsehstationen unter staatliche Kontrolle gebracht wurden, geschehe dies nun auch mit den verbliebenen unabhängigen Zeitungen und Zeitschriften.
Politkowskaja arbeitete seit 1999 für die zweimal wöchentlich erscheinende Novaya Gazeta. Sie wollte in der heutigen Ausgabe einen Artikel über Folter …
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