Modebranche verpflichtet sich zum Kampf gegen Schlankheitswahn

Berlin (Reuters) - Modebranche und Bundesregierung wollen gemeinsam gegen Schlankheitswahn und Magersucht vorgehen.

Vier große Branchenvertreter verpflichteten sich am Freitag, künftig auf Werbung mit überschlanken Models zu verzichten, um keine verzerrten Schönheitsideale an Mädchen und junge Frauen weiterzugeben.

"Es ist schockierend, dass jedes zehnte Mädchen stirbt, das an Magersucht oder Bulimie leidet", begründete Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) die gemeinsame Initiative. Magersucht sei bei jungen Frauen und Mädchen die häufigste krankheitsbedingte Todesursache. In Deutschland seien 600.000 junge Frauen von krankhaften Essstörungen betroffen, erklärte Schmidt. Die vertretenden Modeverbände wollen auf ihren Laufstegen oder bei Fotoshootings künftig keine Models mehr zulassen, die eine Konfektionsgröße 36 oder ein Body-Maß-Index (BMI) von 18,5 unterschreiten. "Wir müssen sehen, dass wir den Verzicht auf extrem schlanke Models in unserer Branche herbeiführen", sagte Marc Voss vom Modeverband GermanFashion.

Die Selbstverpflichtung ist Teil der Initiative "Leben hat Gewicht" des Bundesgesundheitsministeriums. Schmidt betonte, auch die großen Modemessen und die Werbeindustrie müssten zum Mitmachen bewegt werden.



Quelle: Reuters (11. Juli 2008)

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Themen: Berlin , Ulla Schmidt , Magersucht

Erschienen 11. Juli 2008 bei http://www.reuters.com.

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