Mit Gentechnik kein Durchbruch im Kampf gegen Kinderblindheit in Sicht
am 05.07.2005 von http://menschenrechte.blogg.de/
Christoffel-Blindenmission bleibt skeptisch:
In den vergangenen Monaten gab es in den Medien verstärkt Meldungen,
wonach mit einer Vorstufe von Vitamin A gentechnisch angereicherter Reis -
so genannter Golden Rice - auch zur Verhütung von Kinderblindheit
beitragen könne. Die dadurch verbreitete Euphorie kann man bei der
Christoffel-Blindenmission (CBM), der weltweit größten Fachorganisation
auf dem Gebiet der Blindheitsheilung und -verhütung, nicht nachvollziehen. Biologische Vielfalt beeinträchtigt
Wir finden den Einsatz von gentechnisch verändertem Reis zur Verhütung
von Blindheit aufgrund von Vitamin-A-Mangel zurzeit nicht sinnvoll,
erklärte Martin Georgi, Direktor der Christoffel-Blindenmission,
anlässlich des Jahrespressegesprächs am 4. Juli in Bensheim. Die
bisherigen Ergebnisse lassen noch zu viele Fragen offen. So ist bislang
ungeklärt, ob durch eine mögliche Verdrängung einheimischer Sorten
letztendlich nicht die biologische Vielfalt beeinträchtigt wird.
Reis muss für arme Menschen erschwinglich bleiben
Georgi gab außerdem zu bedenken, dass gentechnisch veränderter Reis nur
dann eine Lösungsergänzung sein könne, wenn er auch für arme Menschen
erschwinglich sei. In den armen Ländern der Welt schränkten Unterernährung
und Durchfall die Aufnahme der Vitamine zudem erheblich ein. Martin
Georgi: Die Unbedenklichkeit von Golden Rice ist noch nicht durch
Langzeittests bestätigt. Gegen Krankheit und Mangelernährung sollten daher
zuerst einmal verstärkt natürliche Ressourcen ? wie das vitaminreiche
Palmöl ? genutzt werden. Weitere Basisforschung und Aufklärungsarbeit im
Bereich Nahrung und Gesundheit können günstige Alternativen zur Gentechnik
sein.
Verteilung von Vitamin-A-Kapseln weiterhin nötig
Die Christoffel-Blindenmission legt in ihren Programmen …
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