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Mit asiatischem Zahnersatz in die eigene Tasche gewirtschaftet

am 02.02.2007 von schreibmaschine

Mit günstigem Zahnersatz aus Hongkong hat ein Würzburger Zahnarzt die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) in den Jahren 1999 bis 2002 um 28.000 Euro betrogen. Gestern wurde der 49-jährige Dentist vom Amtsgericht Würzburg wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu 15 Monaten Gefängnis auf Bewährung und 27.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Der 49-Jährige war einer von weit über 400 Zahnärzten aus ganz Deutschland, die in den Jahren 1999 bis 2002 mit Hilfe der Mühlheimer Dentalhandelsgesellschaft „Globudent“ auf Kosten der Kassen nicht nur die Löcher in den Zähnen ihrer Kunden, sondern sich auch die eigenen Taschen füllten. Ein Vertreter der Firma lockte ihn mit so genannten „Kick-Back“-Zahlungen: Der Zahnarzt bezahlte der Firma den für deutschen Qualitäts-Zahnersatz üblichen Preis für die in Hongkong weitaus günstiger hergestellten Brücken. Anschließend erhielt er 20 Prozent des Umsatzes als „Kick Back“ monatlich in bar ausbezahlt. Den so erhaltenen Rabatt gab der 49-Jährige nicht an die KZVB weiter, sondern rechnete den höheren Preis ab – innerhalb von vier Jahren ein Zusatz-Einkommen in Höhe von rund 28.000 Euro. Die Machenschaften der Firma Globudent wurden vor vier Jahren aufgedeckt, weil ein Zahnarzt aus Niedersachsen dabei nicht mitmachen wollte und die Polizei informierte.Die beiden Top-Manager der Firma wurden vom Landgericht Duisburg zu dreijährigen Haftstrafen verurteilt. „Eigentlicher Täter ist aber der Arzt, der den Betrug zu Lasten der Krankenkasse und seiner Privatpatienten begeht“, erläuterte der Leiter der Ermittlungskommission beim Polizeipräsidium Essen vor dem Schöffengericht. Eine Gefahr für die Gesundheit der Patienten bestand nicht: Der gelieferte Zahnersatz wurde aus deutschem Material …

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Der Autor und sein Blog

Patrick Wötzel

Gerichtsberichterstatter, Lokaljournalist, Sportreporter - Revier: Würzburg

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