Ministerin Schmidt empört über Ex-Senator wegen Sterbehilfe

Berlin (Reuters) - Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) lehnt die vom ehemaligen Hamburger Justizsenator Roger Kusch angebotene Sterbehilfe entschieden ab.

"Ich finde es unglaublich, dass ein ehemaliger Senator sich mit einem solchen Apparat öffentlich produziert", sagte Schmidt der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Sterbenden Menschen müssten Hilfsangebote gemacht werden. "Das ist zugleich ein wesentlicher Beitrag dazu, den Diskussionen um aktive Sterbehilfe, die wir strikt ablehnen, den Nährboden zu entziehen."

Kusch hatte vor Monaten einen Automaten für Sterbehilfe vorgestellt. Nach dem Zeitungsbericht hatte eine 79 Jahre alte Rentnerin Kusch kontaktiert. Die Frau habe sich das Leben genommen, allerdings mit einem Medikamentenmix und nicht mit dem Apparat von Kusch. Kusch habe den Tod der Rentnerin auf Video festgehalten, berichtete "Bild".

"Für uns ist das keine Alternative", sagte Schmidt am Dienstag im Deutschlandfunk. "Wir werden jetzt mit der Pflegereform dafür sorgen, dass jeder so lange wie möglich, auch so selbstständig wie möglich zu Hause bleiben kann. Und wir werden auch die Einrichtungen dabei unterstützen, gute Qualität anzubieten." Der Versuch, alles so zu verbessern, dass die Würde der alten Menschen erhalten bleibe und dass sie so schmerzfrei wie möglich leben können, sei die einzige Alternative zur aktiven Sterbehilfe.

Bei der Pflegeversicherung gelten seit Dienstag zahlreiche Änderungen. Der Beitragssatz steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 1,95 Prozent. Damit sollen verbesserte Leistungen für die rund 2,1 Millionen Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen finanziert werden. Die Länder können Pflegestützpunkte einrichten, die Hilfe bieten sollen. Angehörige erhalten Anspruch auf eine sechsmonatige unbezahlte Freistellung vom Job. Auch die Heim-Kontrollen werden verschärft.



Quelle: Reuters (1. Juli 2008)

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Themen: Sterbehilfe , Berlin , Spd , Bild Zeitung , Ulla Schmidt , Roger Kusch

Erschienen 1. Juli 2008 bei http://www.reuters.com.

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