Führen eines KFZ unter Wirkung von Methamphetamin
Recht und Gesetz | 14. September 2005 — Wer ein KFZ unter Wirkung von Methamphetamin führt, erfüllt nicht den Tatbestand des §24a StVG, weil es sich bei Methamphetamin ni…
Für Methamphetaminracemat – (RS)-(methyl)(1-phenylpropan-2-yl)azan – beginnt die nicht geringe Menge im Sinne von § 29a Abs. 1 Nr. 2, § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG bei 10 g der wirkungsbestimmenden Base.
Nach ständiger Rechtsprechung ist der Grenzwert der nicht geringen Menge eines Betäubungsmittels stets in Abhängigkeit von dessen konkreter Wirkungsweise und Wirkungsintensität festzulegen. Maßgeblich ist zunächst die äußerst gefährliche, gar tödliche Dosis des Wirkstoffs. Fehlen hierzu gesicherte Erkenntnisse, so errechnet sich der Grenzwert als ein Vielfaches der durchschnittlichen Konsumeinheit eines nicht an den Genuss dieser Droge gewöhnten Konsumenten, das zu bemessen ist nach Maßgabe der Gefährlichkeit des Stoffes, insbesondere seines Abhängigkeiten auslösenden oder sonst die Gesundheit schädigenden Potentials. Lassen sich auch zum Konsumverhalten keine ausreichenden Erkenntnisse gewinnen, so entscheidet ein Vergleich mit verwandten Wirkstoffen. Nicht zu verkennen ist, dass sich – etwa wegen des Fehlens getrennter Märkte – ein praktisches Bedürfnis ergeben kann, zwei oder mehrere Substanzen mit gleicher Wirkungsweise, aber unterschiedlicher Wirkungsintensität einheitlich zu behandeln. Dem müsste indes dadurch Rechnung getragen werden, dass insgesamt der Wert für diejenige Erscheinungsform zugrunde gelegt wird, welche die geringste Wirkungsintensität aufweist.
Nach diesen Maßstäben hat der Bundesgerichtshof den Grenzwert der nicht geringen Menge für Amphetamin mit 10 g Amphetamin-Base bestimmt. Amphetamin ist nach Anl. III zu § 1 Abs. 1 BtMG das Racemat (RS)1phenylpropan2ylazan, bestehend aus dem “rechtsdrehenden” Dexamphetamin [(S)1phenylpropan2ylazan; Anl. III zu § 1 Abs. 1 BtMG] und dem “linksdrehenden” Levamphetamin [(R)1phenylpropan2ylazan; Anl. II zu § 1 Abs. 1 BtMG]. Im Einzelnen hat sich der Bundesgerichtshof davon leiten lassen, dass die hohe Dosis für den nicht Amphetamingewohnten bei 50 mg anzunehmen sei, indes Toleranzentwicklung und der Wunsch, stärkere Effekte zu erleben, zu immer stärkeren Dosen führten. Bei intravenöser Verabreichung könnten so Einzeldosen von 160 mg bis zu zehnmal täglich oder von 1.000 mg in Abständen von wenigen Stunden erreicht werden. Bei oraler Einnahme könne es zu Einzeldosen von 200 mg Amphetamin und mehr kommen. Der Missbrauch führe zu psychischer, wenn auch nicht zu körperlicher Abhängigkeit. Er könne indes nicht nur psychische, sondern auch schwerwiegende physische Folgeschäden nach sich ziehen. Zu beobachten seien überwache Zustände, ängstliche Getriebenheit, Aggressivität, Depressionen, illusionäre Verkennungen, Störungen des Urteilsvermögens, Depersonalisationserscheinungen, Hyperthermie, Kreislaufkollaps oder Herzversagen sowie Gehirnschädigungen. Persönlichkeitsveränderungen gingen mit beruflichem und sozialem Abstieg einher. “Amphetamin-Psychosen” träten nicht nur als Folge eines chronischen Missbrauchs, sondern auch als akutes Ver…
» Vollständiger ArtikelErschienen 6. Januar 2012 auf http://www.rechtslupe.de.
Recht und Gesetz | 14. September 2005 — Wer ein KFZ unter Wirkung von Methamphetamin führt, erfüllt nicht den Tatbestand des §24a StVG, weil es sich bei Methamphetamin ni…
beck-blog | 11. März 2012 — Bei einem an der Chemie Interessierten wurden anlässlich einer Hausdurchsuchung 9 Tütchen mit insgesamt 915,8 Gramm Methamphe…
Anwalt bloggt | 28. Dezember 2011 — Nach ständiger Rechtsprechung (vgl. zuletzt BGH, Urteil vom 2. November 2010 – 1 StR 581/09, NJW 2011, 1462, 1464 f.) ist der…
Schadenfixblog | 19. November 2010 — VG Neustadt, Aktenzeichen: 6 K 1332/09.NW – Urteil vom 10.08.2010: Die Entziehung einer Fahrerlaubnis wegen des Konsums von Amp…
beck-blog | 30. Oktober 2011 — Diese Woche fragte mich ein Polizeibeamter, ob sich ein Fahrzeugführer ordnungswidrig verhält oder gar strafbar macht, wenn er …
LawBike.de | 2. September 2010 — Das Verwaltungsgericht (VG) Neustadt (Urteil v. 10. August 2010 – 6 K 1332/09.NW) hatte über einen Fall zu entscheiden, bei wel…
strafblog | 5. September 2006 — Wie die RHEINISCHE POST in ihrer heutigen Printausgabe berichtet, hat die Duisburger Polizei einen "größeren Schlag" gegen den Han…
strafblog | 5. Mai 2006 — Am Montag steht Haftprüfungstermin in einem ungewöhnlichenFall von Betäubungsmittelkriminaliät an. Dem Beschuldigten wird vorgewor…
Rechtsanwalt Achim Flauaus | 14. Dezember 2009 — Bekanntlich hat das BVerfG zu § 24a StVG (NJW 2005, 349) und Cannabisprodukten entschieden, daß eine Btm-Konzentration festgest…
anwalt-kiel.com | 26. Mai 2008 — Für Buprenorphin beginnt die “nicht geringe Menge” im Sinne von § 29a Abs. 1 Nr. 2 sowie § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG bei 450 mg Bu…