Metaller im Südwesten erhalten 4,2 Prozent mehr Lohn

Sindelfingen (Reuters) - Im Tarifstreit der Metallindustrie haben Gewerkschaft und Arbeitgeber in letzter Minute einen Arbeitskampf abgewendet.

IG Metall und Südwestmetall einigten sich am Mittwoch nach einem mehr als 20-stündigen Verhandlungsmarathon im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg auf zweistufige Einkommenserhöhungen mit einer Gesamtlaufzeit von 18 Monaten. Demnach werden die Löhne und Gehälter der 800.000 Beschäftigten ab Februar zunächst um 2,1 Prozent angehoben und steigen ab Mai um weitere 2,1 Prozent. Für die Monate November, Dezember und Januar wurde eine Einmalzahlung von 510 Euro vereinbart.

Baden-Württembergs IG-Metall-Chef Jörg Hofmann zeigte sich zufrieden mit dem Abschluss. "Die Verhandlungen standen anfangs unter keinem guten Stern. Trotzdem konnten wir den Gordischen Knoten durchtrennen und ein Ergebnis finden." In den vergangenen Wochen hatte die Gewerkschaft mit bundesweiten Warnstreiks massiv Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt.

Teile des Abschlusses sollen die Unternehmen flexibel gestalten dürfen. So soll der Beginn der zweiten Erhöhungsstufe unter bestimmten Bedingungen um bis zu sieben Monate verschoben werden können. Damit kommt die Gewerkschaft den Arbeitgebern in der unsicheren konjunkturellen Lage entgegen. Für Mai bis Dezember 2009 gibt es laut IG Metall eine weitere Einmalzahlung von je 0,4 Prozent eines Monatsentgelts.

Ursprünglich hatte die Gewerkschaft acht Prozent höhere Löhne und Gehälter gefordert, soviel wie seit 16 Jahren nicht mehr. Die Arbeitgeber hatten unter Hinweis auf den sich abzeichnenden Abschwung zunächst 2,1 Prozent für das kommende Jahr sowie eine Einmalzahlung von 0,8 Prozent angeboten.

In der zurückliegenden Tarifrunde hatte die IG Metall 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert und Erhöhungen in zwei Stufen um 4,1 und 1,7 Prozent durchgesetzt. Mit dem nun erzielten Abschluss schafft es die IG Metall knapp, den ersten Erhöhungsschritt zu toppen. Die Mitgliedschaft hatte den letzten Abschluss als zu niedrig kritisiert, weil wegen der Inflation nur wenig davon in den Taschen übrig blieb.

Im Bezirk Baden-Württemberg waren in der Vergangenheit zahlreiche wegweisende Tarifabschlüsse erzielt worden, die anschließend von der in der gesamten deutschen Metall- und Elektroindustrie mit 3,6 Millionen Beschäftigten wirksam wurden.



Quelle: Reuters (12. November 2008)

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Themen: Lohn , Baden Württemberg , IG Metall

Erschienen 12. November 2008 bei http://www.reuters.com.

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