Messer-Mordversuch traf das falsche Opfer

Aus übergroßer Eifersucht hat ein 30-jähriger Küchenhelfer seine Ex-Freundin und ihren Begleiter auf offener Straße in Würzburg niedergestochen. Die blutige Tat traf aber den falschen Mann: Ein durch fünf Messerstiche schwer verletzter 23 Jahre alter US-Soldat war nicht, wie der Angreifer dachte, der neue Freund seiner ehemaligen Lebensgefährtin. „Er war nur ein Bekannter“, betonte die 28-jährige Friseurin beim Prozessauftakt am Dienstag vor dem Schwurgericht in Würzburg.

Der Küchenhelfer und ein Mittäter, ein ebenfalls 30 Jahre alter Koch, müssen sich wegen versuchtem Mord und gefährlicher Körperverletzung verantworten (wir berichteten). Der Haupttäter hat gestern den brutalen Angriff vor einem Haus in der Grombühlstraße am Abend des 7. Oktober 2006 eingeräumt. Seine Freundin hatte Monate vorher nach einer schwierigen Beziehung mit ihm Schluss gemacht: „Jeden Tag streiten und schreien, was war mit irgendwann zuviel.“

Trotzdem stieg der 30-Jährige seiner Ex-Lebensgefährtin immer wieder nach und lauerte ihr in Stalking-Manier auf, bis sie die Polizei einschaltete. Schon während der Beziehung sei er sehr eifersüchtig gewesen und habe sie ständig bedroht, betonte die Friseurin: „Die Drohung, mir den Kopf abzuschneiden, war an der Tagesordnung“, so die heute 28-Jährige. Nur wenn sie an ihrem Arbeitplatz in einer US-Kaserne war, hatte sie ihre Ruhe.

Als er dann einen anderen Mann an der Seite seiner Ex-Freundin sah, habe er die Kontrolle verloren, ließ der Küchenhelfer seinen Verteidiger erklären: „Er ist irgendwie ausgerastet“, sagte Anwalt Norman Jacob. An die Einzelheiten der brutalen Attacke kann sich der Messerstecher nach eigenen Angaben nicht mehr erinnern. Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager legt ihm zur Last, den 23-jährigen US-Soldaten, der sich wegen zwei Einkaufstaschen in seinen Händen nicht wehren konnte, „heimtückisch von hinten“ mit einem 15 Zentimeter langen Messer angegriffen und dann fünf Mal auf Brust und Rücken eingestochen zu haben. Gleichzeitig soll der andere Angeklagte die Frau festgehalten und zu Boden gedrückt haben.

„Ich wollte dazwischen gehen, aber ich konnte mich nicht losreissen“, so die 28-jährige Ex-Freundin, die kurz darauf selbst zum Opfer wurde: „Ich sah ihn über mic…

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Themen: Fnf , Messer

Erschienen 23. Januar 2008 auf http://www.woetzel-online.info/.

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