Merkwürdiges Geständnis von Moussaoui
am 27.03.2006 von strafblog
Die WELT berichtet erstaunt darüber, dass der wegen der Terroranschläge vom 11.9.2001 angeklagte Zacarias Moussaoui heute vor Gericht zugegeben habe, gemeinsam mit dem sogenannten Schuhbomber Reid am 11.9. ein Flugzeugattentat auf das Weiße Haus in Washington geplant zu haben. Den Auftrag hierzu habe er von Osama bin Laden persönlich erhalten. Er habe auch gewusst, welche anderen Flugzeuganschläge an diesem Tag geplant gewesen seien, habe dies im Rahmen seiner vor den Anschlägen erfolgten Vernehmungen jedoch vor den Ermittlern geheim gehalten, um den Erfolg nicht zu gefährden. Reid wurde am 22. Dezember 2001 inhaftiert, nachdem er vergeblich versucht hatte, in einem Flugzeug von Paris nach Miami eine im Schuh versteckte Bombe zu zünden.
Seine Verteidiger, so die WELT, hätten vergeblich versucht, Moussaoui von seiner heutigen Aussage, die für ihn das Todesurteil bedeuten kann, abzuhalten.
Anmerkung: Das heutige Geständnis mutet merkwürdig an, soweit ich dies von hier aus beurteilen kann. Ich bin kein grundsätzlicher Anhänger von Verschwörungstheorien und will dies auch jetzt nicht sein. Aber unverkennbar ist, dass Moussaoui, der ja schon vor geraumer Zeit seine geplante Mitwirkung an einem Attentat auf das Weiße Haus eingeräumt hatte, damals angegeben hatte, das Attentat sei zu einem späteren Zeitpunkt geplant gewesen. Es hat den Anschein, als wolle Moussaoui unbedingt zum Tode verurteilt werden, was auch seine Mutter schon in Interviews angedeutet hatte. Warum sonst sollte Moussaoui alle Ratschläge seiner Verteidiger in den Wind schlagen, obwohl seine prozessuale Situation nach den versuchten Zeugenmanipulationen der Bundesanwaltschaft gar nicht so schlecht war? Warum will er zum Tode verurteilt werden? Weil er mit seiner Schuld nicht leben kann oder weil er zum Märtyrer werden will? Schwer zu beantworten ...
Autor: RA Rainer Pohlen
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