Merkel will mit Mehdorn über Bahn-Privatisierung reden
am 09.11.2008 von http://www.reuters.com
Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel will Medienberichten zufolge direkt in die Diskussion über eine Teilprivatisierung der Bahn eingreifen.
Die Kanzlerin werde in dieser Woche mit Konzernchef Hartmut Mehdorn zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen nach dem vorerst abgesagten Börsengang zu beraten, berichteten der Tagesspiegel und Der Spiegel am Wochenende. Dabei gehe es um das Vorhaben Mehdorns, Teile der Transport- und Logistiktochter direkt an Investoren zu verkaufen. An dem Treffen werde auch Finanzminister Peer Steinbrück teilnehmen.
Mehdorn hatte am Donnerstag Kanzleramtsminister Lothar de Maiziere seine Vorstellungen präsentiert. Dieser habe dem Bahn-Chef allerdings noch nicht die erbetene Vollmacht für Verhandlungen gegeben, hieß es in den Berichten.
Unternehmensvertreter hatten der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Bahn rechne nach den Äußerungen von Finanz- und Verkehrsministerium nicht mehr mit der Chance auf einen regulären Börsengang bis zur Bundestagswahl im kommenden Jahr. Ein Verkauf von bis zu 24,9 Prozent der Transport- und Logistiktochter an Investoren aus dem arabischen Raum oder aus China sei aber nach wie vor denkbar. Dafür suche Mehdorn die Zustimmung des Kanzleramts.
In der vergangenen Woche hatten sowohl das Finanz- als auch das Verkehrsministerium deutlich gemacht, dass es wegen der Finanzkrise in dieser Legislaturperiode keinen Börsengang geben werde. Die Deutsche Bahn war darauf in einer Pressemitteilung am Donnerstag nicht direkt eingegangen. Bahnchef Mehdorn sprach darin aber von aktuellen Gesprächen mit potenziellen Investoren.
Mehdorn hatte in den vergangenen Wochen im Ausland bei kapitalstarken Interessenten für einen Einstieg bei der Bahn-Tochter geworben, zuletzt am Rande einer Reise von Außenminister Frank-Walter Steinmeier in die Golf-Region. Nach Darstellung des Tagesspiegel fiel das Gros der Rückmeldungen, so zuletzt auch aus dem arabischen Raum, aber vage aus. Weit fortgeschritten seien dagegen die Vorgespräche mit russischen Anlegern.
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