Merkel nach Sotschi zu Treffen mit Medwedew abgeflogen
Reuters | 15. August 2008 — Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Freitagmorgen zu einem Treffen mit Russlands Präsident Dmitri Medwedew …
Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei einem Treffen mit Russlands Präsidenten Dmitri Medwedew eine Einbindung des Landes in die Nato vorantreiben.
"Wir werden darüber reden, wie es möglich ist, Russland und die Nato besser miteinander kooperieren zu lassen", sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichen wöchentlichen Videobotschaft. Ein Nato-Beitritt Russlands stehe allerdings nicht auf der Tagesordnung, stellte sie später bei einer Veranstaltung in Potsdam klar. Der frühere Verteidigungsminister Volker Rühe plädierte dagegen für eine Mitgliedschaft Russland in der Militärallianz. Eine Isolation Russlands würde den Interessen des Westens schaden, schrieb der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post".
Merkel betonte jedoch, im Verhältnis zu Russland sei schon viel erreicht worden. Dass Russland die Bundeswehr beim Einsatz in Afghanistan logistisch unterstütze, sei noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen, erklärte die Kanzlerin in Potsdam. Russland sei ein Partner geworden, der Kalte Krieg vorbei.
Auch die Entwicklung einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur zwischen der EU und Russland soll nach den Worten Merkels Thema des Treffens ab Montag in der Normandie sein, an dem auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy teilnimmt. Eine Partnerschaft zwischen der EU und Russland dürfe aber nicht die Zusammenarbeit in der Nato beeinträchtigen, mahnte die Kanzlerin. Einige Nato-Mitglieder in Osteuropa sind gegen eine engere Zusammenarbeit mit Russland in Sicherheitsfragen.
Eines der wichtigsten Nato-Projekte ist ein ursprünglich nur von den USA geplantes Raketenabwehrsystem. Die Allianz will auch Russland zu einer Beteiligung bewegen. Das System soll vor allem Raketenangriffe aus dem Iran abwehren. Die Regierung in Moskau steht dem Abwehrschild aber skeptisch gegenüber.
Erschienen 16. Oktober 2010 bei http://www.reuters.com.
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