Huber muss nach nur einem Amtsjahr Seehofer weichen
Reuters | 30. September 2008 — München/Berlin (Reuters) - Zwei Tage nach dem Wahldebakel der CSU in Bayern hat sich Parteichef Erwin Huber dem Druck aus den e…
Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel befürchtet nach eigenen Worten wegen des geplanten Führungswechsels bei der CSU keine negativen Folgen für die Arbeit der großen Koalition.
Beide Unionsparteien seien sich der Verantwortung bewusst, ein stabiler Faktor in der Koalition zu sein, sagte die CDU-Chefin am Dienstag in Berlin. Es gehe in der Koalition mit der SPD auch darum, Unionsinteressen durchzusetzen und dabei auch Politik für die Bürger zu machen.
Die CSU-Landesgruppe im Bundestag hatte zuvor ankündigt, sie wolle jetzt mehr Profil in der großen Koalition zeigen. Es gelte, sich in zentralen Fragen stärker gegenüber der CDU und auch der Kanzlerin durchzusetzen, sagte der CSU-Wirtschaftsexperte Hans Michelbach. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer kündigte an, ab jetzt beginne für seine Partei der Bundestagswahlkampf.
Merkel äußerte zugleich Bedauern über den angekündigten Rücktritt von Erwin Huber als CSU-Vorsitzender. "Ich möchte mich aber bedanken für eine wirklich gute Zusammenarbeit, die ich mit Erwin Huber die ganzen Monate hatte." Sie wolle auch künftig mit ihm gut zusammenarbeiten.
Huber hatte am Morgen nach massivem Druck aus der Partei seinen Rückzug angekündigt. Zum Nachfolger soll am 25. Oktober Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer gewählt werden.
Die CSU hatte am Sonntag mit 43,4 Prozent das schlechteste Wahlergebnis seit 50 Jahren eingefahren und kann nur noch mit einem Koalitionspartner regieren.
Erschienen 30. September 2008 bei http://www.reuters.com.
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