Menschen getötet, geschändet und aufgegessen
am 25.03.2007 von http://www.strafblog.de
In Peter Greenaways Kultfilm Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber wird der Zuschauer Zeuge eines makabren Festmahls, bei dem die von der aktuellen Oscar-Preisträgerin Helen Mirren gespielte Gangster-Ehefrau Georgia ihren gewalttätigen Gatten zwingt, den kulinarisch zubereiteten Leichnam ihres Geliebten, den dieser hat ermorden lassen, teilweise zu verspeisen. Danach erschießt sie ihn.
Anders Thomas Jensens Spielfilm Dänische Delikatessen erzählt die nicht weniger makabre Geschichte zweier Freunde, die eine Metzgerei eröffnen und erst dann Erfolg haben, als sie eher zufällig dazu kommen, menschliche Leichen zu verwursten und ihren Kunden als neueste Delikatessen zu verkaufen.
Und wer kennt nicht die wahre Geschichte des als Kannibale von Rotenburg bekannt gewordenen Peter Meiwes, der seinem Opfer zunächst mit dessen Einverständnis den Penis abtrennte und mit diesem gemeinsam verspeiste, bevor er dieses dann - ebenfalls mit seiner Zustimmung - tötete und teilweise aufaß?
Kannibalismus und Nekrophilie faszinieren die Menschen schon immer und lösen - nicht immer wohltuende - Schauder des Entsetzens aus. Im letzten Jahrhundert machten in Deutschland kannibalische Mörder wie Fritz Haarmann (Warte, warte nur ein Weilchen ...) oder Jürgen Bartsch von sich reden und lieferten Vorlagen für literarische oder filmische Verarbeitungen, so etwa für den trefflichen Film Der Sandmann mit Götz George in der Hauptrolle.
In Indien macht seit einiger Zeit ein Fall Furore, der dasselbe Thema betrifft. Mindestens 19 Morde an Kindern und Jugendlichen werden einem Haushälter aus Noida, einem Industriegebiet etwa 20 Kilometer südöstlich von Delhi, zur Last gelegt. Der Mann soll seine Opfer sexuell missbraucht und getötet und Leichenteile gekocht und gegessen haben. Ich habe über den Fall bereits vor einiger Zeit im STRAFBLOG berichtet.
Wie SPIEGEL-ONLINE berichtet, ist der Mann jetzt wegen Mordes, Vergewaltigung und Entführung angeklagt worden. Sein Arbeitgeber, ein indischer Geschäftsmann, in dessen Haus die Taten geschehen sein sollen, wurde wegen Verschwörung und Zerstörung von Beweisen angeklagt. An den Taten selbst soll er nicht beteiligt gewesen sein und zunächst auch nichts davon gewusst haben.
Bei Verhören habe der Hausangestellte zugegeben, er habe die Brust des ersten Opfers gekocht und gegessen, ließ die zentrale indische Polizeibehörde CBI verlauten, auch von den nächsten beiden Opfern habe er Leichenteile verspeist. Der Mann leide unter unter Nekrophilie und Nekrophagie. Leichen übten eine sexuelle Anziehungskraft auf ihn aus und er verspüre den Drang, die Körper der Toten zu essen. Abgesehen von diesen perversen Neigungen sei der Mann aber bei vollem Bewusstsein und werde der Gerichtsverhandlung auch folgen können.
Die meisten Opfer stammen aus armen Arbeiterfamilien aus dem nahe gelegenen Dorf Nithari, wo seit 2004 rund 40 Kinder verschwunden sind. Ein Polizist ist ebenfalls angeklagt, weil er gegen Zahlung von Bestechungsgeldern die Ermittlungen behindert und die Aufklärung der Taten verschleppt habe, heißt es.
Die Realität ist manchmal gruseliger als jeder Kinoschocker, finde ich.
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN +MEISTER
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