"Back when we were millionaires"
disLEXia.de | 20. Oktober 2006 — Ich habe ja Teile der Achterbahnfahrt namens New Economy mitgemacht. Damals, ein Großteil meiner Peer-Group auf dem Papier mächtig…
Meine ersten Gehversuche, mit dem was man heute Web 2.0 nennt, liegen schon einige Zeit zurück. Was genau "Web 2.0" ist, da gehen die Meinungen auseinander. Aber im Nachhinein ist es ganz interessant, zu sehen, mit welchen Technologien man sich bisher auseinandergesetzt hat und wie diese nun zusammenlaufen, ohne das einem selbst das damals klar war. Für mich ganz am Anfang stand Maschinenlesbarkeit. slashdot ultramode, my.netscape, RSS. Wollte ich auch. Andererleuts News einbinden. Und umgekehrt. E-Mail Zusammenfassungen. IRC-Bots, die Bescheid sagten (unserer hiess subotnik). Tolle Sache. Das kann man sich heute nicht immer vorstellen, wie revolutionär die Idee war, anderen Leuten die Möglichkeit zu geben die Inhalte der eigenen Webseite in andere Seiten/Services einzubinden. Und für einen Hacker war es ganz natürlich, alles mit Permalinks. Dauerhafte URLs waren damals gar nicht selbstverständlich. Später sollte es dann etwas mehr sein, als nur "news". Termine (iCalendar) und Adressen (vCard) habe ich noch ausprobiert. (Die Implementierung ist leider aus dem Internet getilgt.) Ein Klick und die Vorlesung war im eigenen Kalender. Das ganze führte schon recht früh zu interessanten "Mashups". So gab es beim c4 eine Sidebar, die die Ativitäten und Termine des restlichen Chaos im Überblick darstellte. Automatische Backlinks gab es auch (glückliche Zeiten ohne Referer Spam.) Irgendwann gab's dann auch einen Desktop News Aggregator. Und dann war da unsere Book community. Kaum dokumentiert, kaum genutzt, aber unglaublich c00l: Einbindung von gut einem halben duzend fremder Webseiten (oft mit recht brutalen Methoden und ohne deren Einverständnis), automatische Vorschläge ("Ihre Kumpels, die dieses Buch gut finden, fanden auch folgendes gut" - implementiert, aber das Feature hat nie sauber funktioniert), APIs, Reviews, Kommentare, Feeds, massiv asynchron (allerdings ohne AJAX sondern mit bizarren page refresh hacks). Im nach hinein, schade, dass wir dem Projekt nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt haben. Häute gäb' es sicher jede Menge Wagniskapital für sowas. Den User in die Site einbinden war natürlich immer irgendwie ein Thema. Nicht wegen stickieness, Kundenbindung und Gedöns, sondern weil wir die Webseiten für uns selber komfortabel haben wollten. Wir wollten selber unseren Kumpels unsere Stories mailen. Wir wollten selber eCards verschicken (naja). Wir wollten selber unsere Folien im Web herstellen. (Ha…
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