Meine erste Zeugenaussage
Wie schon geschrieben, wurde ich überraschend als Zeuge geladen in einem Verfahren gegen den AnwaltsHopper und heute war die Verhandlung und damit meine erste Zeugenaussage.
Der andere Anwalt und seine Mitarbeiterin waren ebenfalls als Zeugen geladen und auch für diese war es eine neue Erfahrung als Zeuge aufzutreten.
Ich muss mich wohl bei dem Kollgen für diesen Beitrag entschuldigen, weil er micht nicht als Zeugen benannt hat, wie er beteuert - die Info, dass er mich benannt hat, hatte ich aus der Geschäftsstelle des Gerichts.Vielmehr hatte mich wohl der Angeklagte als Entlastungszeugen für den Vorwurf der falschen Verdächtigung benannt.
Und damit zum eigentlichen Thema dieses Beitrages: Ich war das erste mal Zeuge und dies hat mir gezeigt, wie verloren und uninformiert sich Zeugen wohl fühlen müssen, was ich als Verteidiger oder Prozessbevollmächtigter in Zivilverfahren nie so geahnt hätte.
Was tatsächlich angeklagt war, wusste ich bis heute nicht. Bei mir war ein potentieller Mandant, der von seinem letzten Anwalt Unterlagen herausverlangen wollte - notfalls gerichtlich. Auf meinen Anruf hin teilte mir der Kollege mit, dass er alle Unterlagen herausgegeben habe, aber gerne nochmals nachschauen würde, wenn ich ihn dazu schriftlich auffordere. Dies teilte ich dem potentiellen Mandanten mit, worauf dieser sehr laut und ausfallend wurde und ich ihn hinauskomplimentierte.
Allein mit diesem Wissen ging ich zu Gericht und ging davon aus, dass ich bezeugen sollte, dass der Typ auch mir gegenüber laut und aufbrausend geworden war.
Aus dem Terminsszettel vor dem Gerichtssaal erfuhr ich dann, dass die Anklage auf Beleidigung und falsche Verdächtigung lautete. Dies erklärte sich mir erst, als mir der andere Anwalt mitteilte, dass der Angeklagte seine Mitarbeiterin und wohl auch ihn beleidigt hätte und der Angeklagte den Anwalt wohl wegen Unterschlagung von Unterlagen angezeigt hätte.
Nun gut, ich wurde aufgerufen und ging immer noch davon aus, dass man mich zu den lautstarken Äußerungen des Angeklagten befragen würde, wobei ich diese nicht als Beleidigung empfunden hatte - habe vielleicht auch ein dickes Fell. Tatsächlich war die Frage der Beleidigung wohl schon erledigt. Bei mir ging es nur darum, was der Anwalt mir am Telefon mitgeteilt habe. Der Angeklagte hatte behauptet, ich hätte ihm gesagt, der Anwalt werde ihm nichts mehr herausgeben (wohl die angezeigte Unterschlagung). Eine konkrete Frag…
» Vollständiger ArtikelThemen: Anwaltsleben , Zeugen , Prozessbevollmächtigter Als Zeuge
Erschienen 8. Oktober 2008 auf http://lawblog.mcneubert.de/.
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