Mein erstes Votum
am 13.10.2007 von ius.blog
Zu der letzten Akte, die mir meine Ausbilderin gegeben hat, soll ich kein Urteil schreiben, sondern ein Votum. Das wäre, obwohl es mein erstes Votum ist, nicht so schlimm, wenn mir das Thema nicht so fremd wäre. Meine Recherchen in juristischen Datenbanken haben rein nichts ergeben, und jetzt sitze ich hier mit meiner Akte und denke mir: schön! Denn wenn ich sowieso keine Ahnung habe und einfach nur irgendwas schreiben kann, das halbwegs plausibel klingt (und vermutlich völliger Unsinn ist), kann ich die Sache wenigstens recht kurz abhandeln. Eine schlechte Note wird meinen Schnitt nicht ruinieren. Und dann werde ich wohl eh nur noch eine oder zwei Akten zur Bearbeitung bekommen, ehe die Stage vorbei ist. Was soll also schon noch schiefgehen!
Trotzdem bin ich ein klein bisschen schockiert: Entweder stelle ich mir diesen Fall wieder viel komplizierter vor, als er in Wahrheit ist. Oder ich sollte lieber nicht Richter werden. Denn ein Richter muss letztlich mit jedem Fall umgehen können, der auf seinem Schreibtisch landet. Na gut, werde ich eben Taxifahrer!
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