Gibt ES Wegen Betrug Sicherheitsverwahrung: Sicherungsverwahrung
Lichtenrader Notizen | 9. November 2005 — Pressemitteilung der justiz Rheinland-Pfalz vom 9.11.05: Sicherungsverwahrung Die Sicherungsverwahrung eines Angeklagten kann …
Nicht geringe Aufmerksamkeit hat die jüngst publizierte Studie "Unzureichende Bildung: Folgekosten durch Kriminalität" der Volkswirtschaftler Horst Entorf und Philip Sieger erhalten. Sie wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt, auf deren Website sie kostenlos heruntergeladen werden kann (pdf-Dokument, 81 Seiten). Laut Einleitung kommt die Studie zu dem Ergebnis, es sei:
"erstmals für Deutschland zu belegen, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen unzureichender Bildung in Form eines fehlenden Hauptschulabschlusses und kriminellem Verhalten gibt. Ein chancengerechteres Bildungssystem könnte damit eine deutliche Reduktion der Gewalt- und Eigentumsdelikte bewirken. Vielfaches persönliches Leid von Opfern und Angehörigen würde vermieden, jeder könnte sich in seinem täglichen Leben sicherer fühlen. Hochgerechnet bedeutet dies: Durch eine Halbierung des Anteils der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss im Jahr 2009 hätten 416 Fälle von Mord und Totschlag, 13.415 Fälle von Raub und Erpressung sowie 320.000 Diebstähle vermieden werden können. 1,42 Milliarden Euro an Folgekosten aufgrund kriminellen Verhaltens könnten – konservativ geschätzt – in nur einem Jahr eingespart werden."
In der Studie selbst wird dann dargelegt, wie man zu diesen Erkenntnissen gelangt ist. Dabei wird der Kausalzusammenhang zwischen unzureichender Bildung (definiert als "ohne Hauptschulabschluss") und kriminellem Verhalten mittels ökonometrischer Analyse belegt, wobei eine Haftinsassenbefragung (1800 Teilnehmer) und die Befragung einer Bevölkerungsstichprobe (1200 Teilnehmer) zugrunde gelegt wurden. Dabei ergibt sich für die Faktoren "Abbruch der Ausbildung" , "ohne Hauptschulabschluss" und "Besuch der Hauptschule" jeweils eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung, und dies unabhängig von anderen relevanten biografischen Faktoren (wie etwa Vorstrafe von Elternteilen oder Trennung der Eltern). Plausibilisert wird dies mit folgender Überlegung: "Aufgrund des Einflusses dieser Variablen ist zu vermuten, dass insbesondere bei Jugendlichen, die ihren Schulabschluss nicht geschafft haben oder – aus welchen Gründen auch immer – ihre Ausbildung nicht erfolgreich zu Ende führen konnten, die Perspektivlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Folgen für ihre gesellschaftliche Teilhabe dazu führen, dass häufiger kriminelle Verhaltensweisen an den Tag gelegt werden und die Gefahr besteht, in die Kriminalität abzurutschen. Um kriminellem Verhalten wirksam vorzubeugen, ist es daher von entscheidender Bedeutung, Jugendlichen Bildungschancen und, damit verbunden, die Aussicht auf ein selbstbestimmtes und glückliches Leben in Beruf und Gesellschaft zu eröffnen."
Entorf/Sieger kommen in einem weiteren Schritt zu dem Ergebnis, man könne durch Reduzierung des Anteils der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss die Fälle von Raub/Erpressung, von Diebstahl sowie von Mor…
» Vollständiger ArtikelErschienen 19. November 2010 auf http://www.blog.beck.de/blog.
Lichtenrader Notizen | 9. November 2005 — Pressemitteilung der justiz Rheinland-Pfalz vom 9.11.05: Sicherungsverwahrung Die Sicherungsverwahrung eines Angeklagten kann …
beck-blog | 6. Februar 2012 — Vor eineinhalb Jahren traf eine Studie des KFN (Baier, Pfeiffer u.a. 2010, hier als pdf) auf großes Medienecho: Spiegel Online …
beck-blog | 7. Februar 2011 — Ich habe hier im Blog vergangene Woche eine Studie des AK Vorratsdatenspeicherung kritisiert, die anhand der Polizeilichen …
Heymanns Strafrecht Online Blog | 16. Juli 2011 — Mit einem Fall “positiver Fernwirkung” befasst sich das LAG Baden-Württemberg, Urt. v. 8. 6. 11, L 3 AL 1315/11-, in dem es um …
Heymanns Strafrecht Online Blog | 18. April 2011 — Das in der Revision von Amts wegen zu beachtende Strafantragserfordernis wird manchmal übersehen bzw. in dem ein oder anderen F…
BERLIN BLAWG | 18. Oktober 2006 — Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung von Manfred Kanther wegen Untreue im Zusammenhang mit der hessischen CDU-Parteispendena…
Handakte WebLAWg | 13. März 2009 — Der Grundsatz klingt simpel: Wer eine Straftat verübt, sollte verurteilt und bestraft werden. Die Realität sieht anders aus. Se…
strafrechtsblogger | 29. Juli 2010 — Das Oberlandegericht Karlsruhe hat laut Bericht von focus online auf die Haftbeschwerde den Haftbefehl aufgehoben. Rechtsanwa…
beck-blog | 27. März 2009 — In der FAZ vom gestrigen Tage wird unter der Überschrift "Milde führt zu mehr Kriminalität" die Studie der Kriminalökonomen bzw…
Jurabilis | 3. Februar 2005 — Eine aktuelle Studie des DIW hat ergeben, dass der erreichte Bildungsgrad von Kindern im wesentlichen von dem der Eltern und nicht…
Könnten in Deutschland Zehntausende Verbrechen verhindert und fast anderthalb Milliarden Euro gespart werden, wenn bloß mehr Schüler den Abschluss schaffen? Für die Bertelsmann Stiftung haben Forscher verblüffend präzise Daten ermittelt. Kriminologen wundern sich über altes Wissen im neuen Gewand.