Medien - Auch Taliban drohen Deutschland mit Anschlägen

Berlin (Reuters) - Nach der Islamistenorganisation Al-Kaida haben einem Medienbericht zufolge auch die mit ihr verbündeten Taliban Deutschland mit Anschlägen gedroht.

In einem am Freitag mutmaßlich von den afghanischen Extremisten veröffentlichten Internet-Video sagt laut "Spiegel Online" ein deutschsprachiger Kämpfer: "Erst durch euren Einsatz hier gegen den Islam wird ein Angriff auf Deutschland für uns Mudschahedin verlockend." Es sei nur eine Frage der Zeit, bis "der Dschihad die deutschen Mauern einreißt". Indirekt fordere der Sprecher auch Rache für den von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff auf zwei von den Taliban entführte Tanklaster Anfang des Monats.

Ein Sprecher des Bundeskriminalamtes bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass ein neues Drohvideo vorliege und ausgewertet werde. Es scheine von den Taliban zu sein. Zu Inhalten und Authentizität könne er aber noch nichts sagen.

Zu den Äußerungen des Extremisten, der sich "Ajjub" nennt, werden "Spiegel Online" zufolge Fotos vom Brandenburger Tor, dem Hauptbahnhof in Hamburg, dem Oktoberfest, dem Kölner Dom und der Frankfurter Skyline eingeblendet. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung würden ebenfalls gezeigt. Ein deutscher Sicherheitsbeamter sagte Spiegel Online, man halte das Taliban-Video nach erster Analyse für "das konkreteste Drohvideo, das sich je gegen Deutschland richtete". Es würden Orte für mögliche Anschläge gezeigt und der Bundesverteidigungsminister "konkret als Zielperson eingeblendet". "Das gab es in dieser expliziten Form noch nie."

Von dem Deutsch-Marokkaner Bekkay Harrach waren als mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied in dieser und der vergangenen Woche zwei Videos mit Terrordrohungen bekanntgeworden. Darin hatte er die deutsche Bevölkerung unter anderem aufgefordert, sich in der Bundestagswahl am Sonntag für ein Ende des Militäreinsatzes in Afghanistan auszusprechen. Andernfalls werde es nach den Wahlen ein böses Erwachen geben. An die Muslime in Deutschland richtete er die Warnung, sich in den zwei Wochen nach der Wahl von allem entfernt zu halten, was nicht lebensnotwendig sei. Am Freitag wurde zudem eine neue Botschaft von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden im Internet bekannt, in der er von den Europäern ebenfalls den Abzug aus Afghanistan fordert.

Spiegel Online zufolge erschien das mutmaßliche Taliban-Video auf einer einschlägig bekannten dschihadistischen Internetseite. Wer sich hinter dem Kampfnamen "Ajjub" verberge, sei unklar. Dass die Ansprache des Extremisten aktuell sei, ergebe sich daraus, dass er das von einem deutschen Oberst angeordnete Bombardement zweier von Taliban geraubter Tanklaster bei Kundus in Nordafghanistan anspreche.



Quelle: Reuters (26. September 2009)

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Themen: Germany , Spiegel Online , Legislation , Western Europe , Europe , National And International Security , Diplomacy; International Relations , German General News , Crime; Law Enforcement , Domestic Politics , Central And Eastern Europe , Taliban , Afghanistan , Drohen , Sprecher , Hauptbahnhof , Asia , Brandenburger Tor , General News , Franz Josef Jung , Rache , Oktoberfest , "riots, Demonstrations And Internal Disturbances" , Defence , Politics International Affairs And Law

Erschienen 26. September 2009 bei http://www.reuters.com.

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