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Medien: Afghanistan-Mandat soll um 1000 Soldaten erhöht werden

am 20.06.2008 von

Berlin (Reuters) - Die Bundeswehr soll nach Medienberichten ihre Truppenstärke in Afghanistan aufstocken können.

Die Mandatsobergrenze für den Einsatz am Hindukusch solle um 1000 auf 4500 Soldaten erhöht werden, berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger (Samstagausgabe) unter Berufung auf den Chef des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, und ungenannte Quellen. Verteidigungsminister Franz Josef Jung wolle die Mandatserhöhung am Mittwoch bekanntgeben. Ab Herbst sollten dann schätzungsweise 4200 Soldaten als Teil der Nato-Truppe Isaf vor Ort sein, die übrigen 300 Soldaten seien Reserve. Die neue Obergrenze solle allerdings wegen der bayerischen Landtagswahl erst ab 30. Oktober gelten. Jung sei für einen früheren Termin gewesen, von Kanzlerin Angela Merkel aber mit Rücksicht auf die CSU zur Zurückhaltung verpflichtet worden.

Das Verteidigungsministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern und verwies darauf, dass bis Ende Juni eine Aussage getroffen werden solle. Auch die Frankfurter Rundschau berichtete unter Berufung auf Koalitionskreise, das Mandat solle um 1000 Soldaten aufgestockt werden. Außerdem solle die Obergrenze für den Anti-Terror-Einsatz Operation Enduring Freedom (OEF) von 1400 auf 800 Soldaten reduziert werden. Dies betreffe jedoch ausschließlich die Marine, die derzeit mit 260 Soldaten am Horn von Afrika die Seewege kontrolliert. Die 100 Soldaten der Elitetruppe KSK, die für OEF-Einsätze in Afghanistan bereitstehen, blieben davon unberührt. Sie waren allerdings schon länger nicht mehr von den USA angefragt worden.

In Koalitionskreisen wurde eine Aufstockung des Isaf-Mandats um etwa 1000 Soldaten als realistische Größe bezeichnet. Das Mandat solle außerdem nicht wie üblich nur ein Jahr, sondern wegen der Bundestagswahl sogar bis Dezember verlängert werden, hieß es. Es sei allerdings nicht davon auszugehen, dass unmittelbar nach Mandatsverlängerung die deutschen Truppen bereits aufgestockt würden. Da das aktuelle Kontingent von 3500 Soldaten nahezu ausgeschöpft sei, gehe es vor allem darum, dass im kommenden Jahr eine Reserve vorhanden sei, um für zusätzliche Anforderungen etwa zu den Wahlen in Afghanistan die Truppen verstärken zu können.

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