Kandidaten-Bashing
ElbeBlawg | 16. Juni 2006 — Was man nicht haben möchte, muss man nur ordentlich durch den Dreck ziehen. Das hat auch ein Hamburger Student verstanden, der …
In der Presse häufen sich in letzter Zeit Beiträge über einen “Maulkorberlass” der Hamburger Universitäts-Präsidentin Frau Auweter-Kurtz. Konkret soll sie den Angestellen und Professoren der Universität untersagt haben, sich in Zukunft gegenüber der Presse zu äußern und Anfragen der Presse zu beantworten. Primär seien Anfragen immer an die Pressestelle der Universität zu verweisen. Aufgrund dieser Ereignisse soll nun auch eine Lehrbeauftragte am Historischen Seminar ihren Job verloren haben, weil sie sich kritisch in der Sendung “Monitor” über die allgemeine Situation von Lehrbeauftragten geäußert hat (Auszug). Da nun auch Spiegel Online und die FAZ (am Donnerstag, den 10.5. in der Printausgabe) sich mit dem Thema beschäftigt haben, wird es einmal Zeit, zu den Presseberichten Stellung zu nehmen.
In dem Artikel von Spiegel Online wird deutlich, dass es um die Kommunikation innerhalb der Universität nicht zum Besten bestellt ist. Das kann man leider auch nur bestätigen. Sicherlich ist auch die externe Kommunikation in Form von professioneller Pressearbeit deutlich verbesserungswürdig (so trat z.B. der Präsident des Bundesverfassungsgerichts an der Universität auf, die Berichterstattung tendierte allerdings gegen Null). Aber was Frau Landfried (Politologin an der Uni Hamburg) in der FAZ veranstaltet und wie Spiegel Online mit dem Thema umgeht, ist nicht wirklich korrekt. Allen Medien wird empfohlen, doch vorerst das Original-Dokument der Präsidentin _richtig_ zu lesen.
Wenn die Universität also endlich hin zu einer professionellen Pressearbeit möchte, dann hat das Uni-Präsidium den richtigen Weg eingeschlagen. Es handelt sich weder um einen “Erlass”, noch um eine “Anweisung”. Vielmehr werden Begriffe wie “bitte” und “in der Regel” verwendet. Selbstverständlich sollen sich Forscher weiterhin zu ihrem Arbeitsbereich äußern können. Aber muss jeder daher gelaufene Hilfswissenschaftler Probleme der Uni mit dem elektronischen Studiensystem “StiNe” in der Presse kommentieren? Soll jeder Angestellte seine Privatmeinung über andere Probleme öffentlich machen, so dass es wie eine offizielle Stellungnahme der Universität aussieht? In jedem halbwegs organisierten Betrieb läuft es doch ähnlich: wer sich kritisch gegen seinen Arbeitgeber in der Presse äußert, wird abgemahnt.
Hochschulen sind inzwischen wirtschaftliche Unt…
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