Empfehlungen: Literatur zum Zivilprozessrecht
Jurakopf | 8. Juni 2010 — Beim Thema ZPO habe ich zwei Tipps: Wer wirklich nur das absolute Minimum tun möchte und zumindest die Grundvokabeln samt sys…
Mir ist in meinen Jahren des Jura-Studiums kein Pflichtfach begegnet, in dem derart oft auf Lücke gelernt wurde, wie beim Zivilprozessrecht. Und das wirklich spannende ist ja, dass man mit einer guten Chance, ohne irgendwelche Kenntnisse in diesem Bereich durchaus sogar durchs Examen kommen kann. Allerdings gehören Grundkenntnisse der ZPO meines Wissens inzwischen schon zu manchen Zwischenprüfungen, und in manchen Schwerpunktbereichen kann einem hier auch eine Klausur begegnen. Der Druck, hier wenigstens die Grundlagen zu beherrschen, sollte also durchaus gestiegen sein. Das Problem beim Zivilprozessrecht ist sicherlich, dass man zum einen etwas theoretisch lernen soll, was letztlich von der Praxis bestimmt wird. Jedenfalls bei mir lag hier immer mit der Knackpunkt, zumal man – wenn man durchaus etwas Einblick in den Zivilprozess hat – schnell verwundert ist, was in einem Lernbuch stehen kann und wie es in der Praxis dann läuft.
Und man darf sich nicht vertun: Ich werde in der jüngeren Vergangenheit (ich bin ja inzwischen Rechtsreferendar) durchaus nicht selten von Referendaren nach einer kurzen Einführung in die (theoretischen) Grundlagen der ZPO gefragt, die nach einer mitunter auch längeren Pause hier schlicht auf gewohntem Terrain den Einstieg suchen wollen. An dieser Stelle der Hinweis: Referendare lesen meine Empfehlungen auf Referendarszeit.de und steigen hier aus dem Artikel aus.
Bei Schwab findet man durchaus praktische Einschläge, aber – wie immer – mit den typischen Akademischen Problemen. Weiterhin werden Meinungsstreits ausführlich analysiert, dabei auch gerne mal die Meinung des BGH abgelehnt. Hier merkt man die Ausrichtung auf universitäre Klausuren dann sehr stark und sollte nicht glauben, dass das später im Referendariat in dieser Form nötig oder überhaupt gewollt ist.
Was mir als erstes aufgefallen ist, ist die gute Einführung, die hier durchaus sinnvoll ist, um dem Leser einen ersten Überblick zu geben und das Verständnis zu schaffen, über was man auf den folgenden Seiten spricht. Innerhalb weniger Seiten haben vollkommen unbedarfte hier einen sehr kompakten Überblick und ein kleines System, an dem sie sich langhangeln können. Gut dabei: Geboten werden nicht abstrakte Ausführungen, sondern konkrete Muster (beispielhaftes Protokoll oder Klageschrift) die systematisch erklärt werden, also warum eine bestimmte Formulierung in dieser Form an einem bestimmten Ort steht.
Im Weiteren ist das Buch ganz “typisch” aufgebaut. Also es wird nicht – was zu begrüßen wäre – ein konkreter Fall schritt für Schritt durchprozessiert, sondern man geht die einzelnen Themen der Reihe nach ab und erfährt dazu, mit Beispielfällchen untermalt, die (für die Klausur) wesentlichen Inhalte:
Parteien des Rechtsstreits Gegenstand des Rechtsstreits Der zur Entscheidung berufene Richter Allgemeine Verfahrensgrundsätze Überblick über das zivilgerichtliche Verfa… » Vollständiger ArtikelErschienen 8. Juni 2010 auf http://www.jurakopf.de.
Jurakopf | 8. Juni 2010 — Beim Thema ZPO habe ich zwei Tipps: Wer wirklich nur das absolute Minimum tun möchte und zumindest die Grundvokabeln samt sys…
Jurakopf | 3. März 2010 — Aktuell in der 17. Auflage erschienen ist die Neu-Auflage des “Großen Lehrbuchs” zum Zivilprozessrecht. Nachdem die 16. Auflage…
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