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Mandant als Melkkuh: Anwalt wegen Wucher, Freiheitsberaubung, Untreue und Betrugs vor Gericht

am 08.01.2008 von schreibmaschine

Betrug, Untreue, Wucher und mittelbarer Freiheitsberaubung legt die Staatsanwaltschaft einem 52-jährigen Rechtsanwalt und Strafverteidiger aus Würzburg zur Last. Der Jurist muss sich seit gestern zum wiederholten Male als Angeklagter vor Gericht verantworten. Die beiden Mandanten, die den Anwalt vor Gericht gebracht haben, hatten im Zeugenstand nichts Gutes über ihn zu berichten. „Es ging ihm immer nur um's Geld. Ich kam mir vor wie eine Melkkuh“, sagte ein 56-jähriger Geschäftsmann aus Haßfurt. Der Mann saß 2005 in der JVA Würzburg und in Frankfurt in Untersuchungshaft, die Rechtsanwaltskammer in Bamberg empfahl ihm den Angeklagten als Verteidiger. Statt so schnell wie möglich eine Haftprüfung zu beantragen, habe der Jurist von Anfang an versucht, das Verfahren in die Länge zu ziehen, warf ihm der Geschäftsmann vor. Als Honorar für das Mandat wurden 3.500 Euro bei einem Stundensatz von 100 Euro vereinbart. „Es wurde mir schnell klar, dass er nur Geld aus mir herausziehen wollte“, so der Geschäftsmann, der später von den Anklagevorwürfen freigesprochen wurde. Zunächst aber saß er mehrere Monate in U-Haft, obwohl ein Bekannter ihm 10.000 Euro für die Kaution geliehen hatte. Dieser Betrag wurde dem Angeklagten übergeben. Der handelte dann beim Untersuchungsrichter in Offenbach eine Kaution von 2.000 Euro aus. Statt aber diesen Betrag sofort zu zahlen, wartete er fast zwei Wochen, bevor er auf Druck des inzwischen neu beauftragten Verteidigers seines Mandanten die Kaution hinterlegte. „Und selbst die 2.000 Euro musste er sich leihen“, so der Zeuge. Er verklagte den Anwalt auf Rückzahlung der Beträge, Ende 2006 einigte man sich …

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Der Autor und sein Blog

Patrick Wötzel

Gerichtsberichterstatter, Lokaljournalist, Sportreporter - Revier: Würzburg

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