Deutschland unterstützt afghanische Armee mit 50 Millionen Euro
Reuters | 31. März 2009 — Den Haag (Reuters) - Deutschland unterstützt das afghanische Militär mit 50 Millionen Euro. "Ich habe mit Finanzminister Peer…
Berlin (Reuters) - Die USA haben von einer deutschen Großspende an die afghanische Armee nach einem Magazinbericht Verwaltungsgebühren in Millionenhöhe abzweigen wollen.
Das US-Heer habe für die Verwaltung der deutschen 50-Millionen-Euro-Spende eine Gebühr von 15 Prozent behalten wollen, also 7,5 Millionen Euro, berichtete "Spiegel online" am Freitag unter Berufung auf bei Wikileaks veröffentlichte Dokumente. Der damalige deutsche Nato-Botschafter in Brüssel, Ulrich Brandenburg, habe gegen dieses Vorgehen protestiert und mit Konsequenzen für die weitere Spendenbereitschaft der Deutschen gedroht. Immerhin drei Millionen Euro hätten die USA schließlich einfach an die Bundeswehr zurücküberwiesen.
Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, das Ministerium nehme zu internen Vorgängen keine Stellung. In Nato-Kreisen hieß es, bei den drei Millionen Euro habe es sich um eine Rückzahlung deutscher Vorleistungen für die Projekte gehandelt.
"Spiegel online" berichtete, Brandenburg habe gegenüber den USA noch weitere Beschwerden. So seien die Ende Oktober 2009 überwiesenen Millionen bis Anfang Februar 2010 nicht bei den gewünschten Projekten in Afghanistan angekommen. Deutschland habe die Gelder ausschließlich für bestimmte Vorhaben geschickt, darunter eines in Kabul für zwei Millionen Euro, eines in Feisabad für eine Million Euro und eines in Masar-i-Scharif für vier Millionen Euro. Die Projekte seien bisher aber nicht finanziert worden, zitierte das Magazin eine Beschwerde Brandenburgs. Dies habe bereits Verzögerungen bei den Bauarbeiten für die Logistikschule der afghanischen Armee in Kabul zur Folge. Deutschland erwarte, dass das Geld nun ohne weitere Verzögerung angewiesen werde.
Erschienen 3. Dezember 2010 bei http://www.reuters.com.
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