Passauer Polizeichef ruft zum Kampf gegen Rechts auf
Reuters | 19. Dezember 2008 — Passau (Reuters) - Der Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat nach dem versuchten Mord an ihm dazu aufgerufen, Neonazis in Deu…
Berlin (Reuters) - Hinter der Messerattacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl steckt einem Magazinbericht zufolge möglicherweise eine militante Neonazi-Gruppe.
Die am Mittwochabend in Haft genommenen Verdächtigen gehörten dem Münchner Ableger der "Autonomen Nationalisten" an, berichtete das Magazin "Focus" am Donnerstag unter Berufung auf die Ermittlungen. Die Polizei in Passau wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Für den Nachmittag wurde eine weitere Pressekonferenz in Aussicht gestellt.
Am Mittwochabend hatte ein Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen einen 33-jährigen Mann und seine 22-jährige Frau wegen Beihilfe zum versuchten Mord erlassen. Das Paar habe den bislang unbekannten Haupttäter bei der Vorbereitung des Angriffs unterstützt, und es bestehe Flucht- und Verdunklungsgefahr, führte die Polizei zur Begründung aus.
Ein Unbekannter hatte den Passauer Polizeichef Alois Mannichl am Samstag vor seiner Haustür niedergestochen und schwer verletzt. Zuvor hatte er seinem Opfer mit rechtsextremen Parolen gedroht.
Das Netzwerk der militanten Rechtsextremen hat nach Angaben von BKA-Präsident Jörg Ziercke bundesweit über 400 Anhänger. Die "Autonomen Nationalisten" sähen Gewalt als probates Mittel zur politischen Auseinandersetzung an, sagte Ziercke dem "Focus". Sollte sich diese neue Bewegung durchsetzen, sei ein Strategiewechsel bei Aufmärschen und Demonstrationen zu befürchten - weg von einem möglichst disziplinierten und zurückhaltenden Auftreten hin zu militanterem Auftreten mit gewalttätigen Aktionen, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA).
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