Lust und Frust an der Wikipedia
Seit einiger Zeit arbeite ich an der Wikipedia mit, die ich für ein recht ambitioniertes und streckenweise sehr gelungenes Projekt halte. Allerdings birgt das Erstellen von Artikeln anders als das sonstige wissenschaftliche Schreiben oder das Bloggen auch Gefahren und Frustrationspotential. Anders als bei Texten, die man als Autor allein verantwortet, ist ein Wikipedia-Artikel immer ein Kompromiß, und oft ein guter. Allerdings gibt es auch Entscheidungen, die für den Ersteller nicht nachvollziehbar sind, und seien es nur unklare Kategorisierungen oder willkürlich veränderte Links. Noch unschöner ist es, wenn dafür keine oder nur Begründungen in drei Buchstaben abgegeben werden. Ich denke, daß auch hier der Ton die Musik macht, zumal wenn die Mühe, die man in einen Artikel gesteckt hat, nicht ganz unerheblich war.
Wie müssen sich erst Autoren fühlen, die einen vielleicht verbesserungsfähigen, aber doch in Ansätzen vernünftigen Artikel geliefert haben, und dann plötzlich gelöscht werden? Ein einzelner, in aller Regel fachfremder Administrator hält hier oft die Fäden in der Hand. Und selbst wenn ein Artikel zur Abstimmung kommt, sitzen nicht etwa Fachkollegen im Sinne eines Peer-Review zusammen und beraten, was besser zu machen wäre. Stattdessen stimmt jeder mit, und selbst die unsinnigsten Argumente werden noch zum Löschen von Artikeln herangezogen. Da…
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Erschienen 20. Juli 2006 auf http://obiterdictum.wordpress.com/.
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