Arzneimittelrichtlinien dürfen auch Therapiehinweise enthalten
Recht und Alltag | 1. Juni 2006 — Das Bundessozialgericht (BSG) hat am 31.05.2006 (Az.: B 6 KA 13/05 R) entschieden, dass der Gemeinsame Bundesausschuss grundsät…
Das dänische Pharmaunternehmen Lundbeck hat im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg gegen den Festbetrag für dden Wirkstoff eines Antidepressivums – Escitalopram – (Cipralex®) einen Erfolg zu verzeichnen. Bislang waren Versuche, Festbeträge vor Gericht zu kippen, stets ohne Erfolg geblieben. Dem Fall liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
Am 17. Februar 2011 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss u. a. die Neubildung einer Festbetragsgruppe „Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Gruppe 1“ der Stufe II nach § 35 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 Sozialgesetzbuch 5. Buch (SGB V;„pharmakologisch-therapeutisch vergleichbare Wirkung, insbesondere mit chemisch verwandten Stoffen“), bestehend aus den Wirkstoffen Citalopram und Escitalopram. Beide Wirkstoffe dienen primär der Behandlung der Depression. Sie gehören zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen beschloss darauf aufbauend am 02. Mai 2011 für diese Festbetragsgruppe einen Festbetrag von 15,01 Euro. Der Beschluss wurde im Bundesanzeiger Nr. 71 vom 10. Mai 2011 bekannt gegeben.
Die Antragstellerin, die in Deutschland Arzneimittel mit dem Wirkstoff Escitalopram vertreibt, erhob hiergegen am 19. Mai 2011 Klage vor dem hiesigen Landessozialgericht (Aktenzeichen: L 1 KR 140/11 KL). Zusätzlich hat sie im Wege vorläufigen Rechtsschutzes die Anordnung der aufschiebenden Wirkung dieser Klage beantragt, soweit darin ein Festbetrag für Escitalopram festgesetzt wird.
Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg ist für das vorläufige Rechtsschutzverfahren ebenso wie für die Klage erstinstanzlich zuständig aufgrund einer Spezialvorschrift im Sozialgerichtsgesetz (SGG), § 29 Abs. 4 SGG.
Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hat mit Beschluss vom 6. Dezember 2011, der den Beteiligten jetzt zugestellt worden ist, diesem Begehren vorläufigen Rechtsschutzes in vollem Umfang entsprochen. Es hat damit die Festbetragsfestsetzung für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Escitalopram vorläufig ausgesetzt. Zur Begründung führte der zuständige 1. Senat aus, das Interesse der Antragstellerin überwiege das an sich von Gesetzes wegen vermutete Interesse am Sofortvollzug der Festbetragsfestsetzung. Denn es sei jedenfalls derzeit von deren Rechtswidrigkeit auszugehen. Der Beschluss des beigeladenen Gemeinsamen Bundesausschuss leide nämlich an Beurteilungsfehlern und scheide deshalb als rechtmäßige Grundlage der Festbetragsfestsetzung aus, auch wenn der Gemeinsame Bundesausschuss nach Korrektur der festgestellten Mängel im Rahmen seines Beurteilungsspielraumes möglicherweise zum selben Ergebnis (Bildung einer Festbetragsgruppe aus Escitalopram und Citalopram unter Festsetzung der gleichen Wirkstärkenverglei…
» Vollständiger ArtikelErschienen 13. Dezember 2011 auf http://jusatpublicum.wordpress.com.
Recht und Alltag | 1. Juni 2006 — Das Bundessozialgericht (BSG) hat am 31.05.2006 (Az.: B 6 KA 13/05 R) entschieden, dass der Gemeinsame Bundesausschuss grundsät…
JuracityBlog | 6. Juni 2006 — Das Bundessozialgericht entschied mit Urteil vom 31.05.2006- B 6 KA 13/05 R - über die Klage eines Arzneimittelherstellers gege…
Rechtslupe | 2. März 2011 — Festbeträge für Cholesterinsenker sind rechtmäßig. In den drei jetzt vom Bundessozialgericht entschiedenen Verfahren stritten…
MediBlawg | 1. August 2007 — Das Bayerische LSG hat einen Beschwerdeausschuss verpflichtet, von der AOK beantragte Regresse festzusetzen, weil der Wirkstoff…
Rechtslupe | 2. Dezember 2010 — Die Kostenerstattung beim Asthma-Arzneimittel Alvesco® ist nach einer Entscheidung des Sozialgerichts Aachen in bestimmten Fä…
Recht und Alltag | 26. April 2006 — Der Widerspruch gegen einen Bescheid, mit dem Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende aufgehoben wurden, hat keine auf…
Rechtslupe | 12. September 2011 — Vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hat die Treberhilfe im Streit um die durch das Land Berlin ausgesprochenen Ver…
STEUERRECHT | 9. Februar 2010 — FG Berlin-Brandenburg Beschluss vom 28.08.2009 – 11 V 11151/09 Pressemeldung des Gerichts: “Ein Steuerpflichtiger hat Anspr…
sozialrechtsexperte | 6. Dezember 2011 — Dass die Auffassung des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalens mit seinen Beschlüssen vom 18.11.2011, - L 7 AS 614/11 B ER - …
Medizin & Recht | 6. November 2005 — Die europäische Arzneimittelagentur EMEA hat nach einem Bericht der Basler Zeitung den Viagra-Wirkstoff Sildenafil für die Be…