Rangierlokführer soll übermüdet zwei Signale überfahren haben
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Über fünf Jahre ist der Unfall her, aber die juristische Aufarbeitung ist noch immer nicht abgeschlossen: Drei Menschen wurden verletzt, als in den frühen Morgenstunden des 30. März 2006 eine Rangierlok auf Überführungsfahrt zwischen Veitshöchheim und Würzburg mit einem Güterzug kollidierte. Der Lokführer der Rangierlok wurde im vergangenen Juli vom Würzburger Amtsgericht wegen vorsätzlicher Gefährdung des Bahnverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Jetzt kämpft er vor dem Landgericht in der Berufungsinstanz um einen Freispruch.
Staatsanwaltschaft und Amtsgericht gehen davon aus, dass der heute 67-jährige Angeklagte nach 28 Stunden fast ununterbrochener Fahrt von Hattingen bei Düsseldorf Richtung Dinkelscherben bei Augsburg im Führerhaus eingeschlafen, zwei Haltesignale überfahren hat und deshalb auf das falsche Gleis geriet. Ursprünglich erhielt der ehemalige Beamte der Deutschen Bundesbahn einen Strafbefehl über 3.600 Euro (90 Tagessätze von 40 Euro) Geldstrafe, gegen den er Einspruch einlegte.
Nach fünf Verhandlungstagen und einem Ortstermin in Dinkelscherben, um die Rangierlok in Augenschein zu nehmen, sprach Amtsgerichtsdirektor Roland Stockmann vor einem Jahr das Urteil, gegen das der 67-Jährige Berufung einlegte. Er bestreitet weiterhin, bei der Fahrt eingeschlafen zu sein und spricht von einem "Abwesenheitstrauma", das er sich nach eigenen Worten nicht erklären kann: "Irgendwann kam der Blackout, ich kann mich an nichts mehr erinnern." In seinen 35 Berufsjahren als Lokführer sei er nie eingeschlafen, so der Mann aus dem Rheinland, der zum Zeitpunkt des Unfalls 62 Jahre alt war.
Die Rangierlok, die in den Wochen zuvor in H…
» Vollständiger ArtikelErschienen 17. November 2011 auf http://www.woetzel-online.info/.
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