Litigation-PR : der Blog

1. Frage: Wie erreicht ein Anwalt am ehesten eine positive (Medien-)Aufmerksamkeit für seinen Mandanten?

Prantl: Ein guter Anwalt sucht nicht die punktuelle Aufmerksamkeit; er kümmert sich um ein nachhaltiges Vertrauensverhältnis zu Journalisten. Und: Er vermeidet den Eindruck, dass es ihm vor allem um Werbung für sich geht. Kein Journalist spielt gern den Eitelkeitspfleger für einen Anwalt. Mittel- und langfristig fährt der Anwalt mit Seriosität viel besser als mit Medien-Geilheit.

2. Frage: Was sollte er auf keinen Fall versuchen?

Prantl: Mit Halb- und Viertel-Wahrheiten oder gar mit Unwahrheiten zu operieren. Das mag vielleicht einmal klappen. Das war aber dann das letzte Mal.

3. Frage: Wer kommuniziert besser: Rechtsanwalt oder Staatsanwalt?

Prantl: Es gibt gut kommunizierende Staatsanwälte und schlecht kommunizierende Rechtsanwälte. Meistens ist es aber umgekehrt. „Besser“ ist im übrigen keine Frage der Masse, sondern der Qualität.

4. Frage: Lassen sich Richter von einer Medienberichterstattung in ihrer Entscheidungsfindung beeinflussen

Prantl: Sie sollten es nicht, aber das lässt sich gar nicht vermeiden. Richter leben und arbeiten ja nicht auf dem Mond. Zur Unabhängigkeit des Richters gehört aber sein Bewusstsein, beeinflusst zu sein. Zumal bei der Frage, ob und wie die Justiz ein Verfahren führt, ist der Zeitgeist prozessbeteiligt. Nun ist ja auch der Deal Gesetz geworden: Beim Deal wird die schon stattfindende oder die vom Anwalt und seinem Mandanten befürchtete Medienberichterstattung eine Hauptrolle spielen.

5. Frage: In welchem konkreten Fall hätten Sie dazu ge…

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Themen: Interview , Rechtsanwalt , Journalist , Litigation , Recht (d)

Erschienen 11. Juni 2009 auf http://log.handakte.de/.

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