Nomos ziemlich unpassend
Jurakopf | 30. Mai 2008 — Ich bin ja nicht leicht zu erregen von hohen Buchpreisen, aber was der Nomos Verlag sich da leistet ist schon heftig: Ich habe …
Ich habe in dieser Woche gleich zwei Klausuren im “Europäischen und internationalen Strafrecht” geschrieben. Da die Klausuren direkt in die Examensnote einfließen, habe ich mir beim Lernen Mühe gegeben - was ich von ganz bestimmten Herausgebern einer Textausgabe leider nicht behaupten kann. Meine Kurz-Rezensionen zum Thema.
Hinweis: Ich habe diese Klausuren in NRW im Rahmen meines “Schwerpunktbereiches” geschrieben. Gewählt habe ich Strafrecht, in NRW schreibt man hier in der Uni in diesem Beriech mehrere Klausuren, deren Noten direkt in das Examen einfliessen.
Lehrbuch / Lernbuch
Europäisches Strafrecht (ich lasse “Internationales” im Folgenden Weg) ist alles andere als einfach zu differenzieren - daher gibt es in den Büchern zum Thema auch immer ein Kapitel “Was ist europäisches Strafrecht”. Insofern ist ein gutes Buch dringend nötig beim Lernen, auf keinen Fall sollte man nur mit den Unterlagen vom Prof arbeiten.
Ich habe gleich ein Vermögen ausgegeben und habe mir sowohl den “Hecke” als auch den “Satzger” zugelegt. Zusammen mit den Gesetzestexten habe ich am Ende übrigens ca. 100 Euro für Literatur ausgegeben, muss aber nicht jeder machen, dazu später mehr.
Das Auffälligste zwischen “Satzger” und “Hecke” ist die Dicke: Der Satzger ist ein normales Taschenbuch mit fast 300 Seiten. Der Hecke ist dagegen mehr als doppelt so dick und bringt gut 550 Seiten mit. Die Angst des Studenten in so einem Fall, dass nämlich im Satzger Dinge “fehlen” ist unbegründet.
Am ehesten merkt man es beim Lesen: Den Hecke habe ich in einem durchgelesen, Schriftbild, Aufbau der Texte und Schreibstil machen das durchaus möglich. Beim Satzger dagegen musste ich teilweise nicht nur einzelne Seiten, sondern sogar kleinere Abschnitt 2-3-Mal hintereinander lesen, da beim ersten Lesen nicht immer alles verinnerlicht wurde. Das lag aber weniger am Schreibstil oder Schriftbild, als vielmehr an der Tatsache, dass beim Satzger auf weniger Text viel mehr Inhalt enthalten ist. Man muss einfach sehr aufmerksam und genau lesen, bekommt aber dafür am Ende eine Unmenge Stoff geliefert.
Insgesamt waren beide Bücher sehr gut, ich fand den Satzger aber doch besser und empfehle ihn hier auch: Man liest ihn zügig durch, das Arbeiten macht Spass und nicht zuletzt durch die Wiederholungsfragen kann man täglich wichtigste Punkte in der Vorbereitung wiederholen. Mir hat das schon deswegen geholfen, weil ich nach 6.-Lesen des Buches keine Lust mehr hatte, nochmals den Ganzen Text zu lesen und so trotzdem täglich arbeiten und wiederholen konnte. Die Fragen sind übrigens mit guten Schwerpunkten gesetzt, alle Kardinalshut meiner Klausuren werden im weitesten Sinne durch die (wenigen!) Wiederholungsfragen angerissen.
Der Satzger ist sehr aktuell und liefert Urteile noch aus Mitte 2007. Besonders lobenswert ist die Webseite zum Buch www.lehrbuch-satzger.de, auf der eine Fülle…
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Homepage von Prof. Dr. Helmut Satzger, LMU M�nchen. Die Seite stellt dem Leser des Nomos Lehrbuchs Europ�isches u. Internationales Strafrecht alle wichtigen zitieren Dokumente zur Verf�gung