Linke will Schauspieler Sodann für Präsidentenamt nominieren
Reuters | 14. Oktober 2008 — Berlin (Reuters) - Die Partei Die Linke will den ehemaligen Tatort-Kommissar Peter Sodann in das Rennen um das Amt des Bundespr…
Berlin (Reuters) - Die Linke sieht trotz des verpassten Einzugs in den bayerischen Landtag ihre Westoffensive nicht gestoppt.
"Der bundesweite Trend hat sich bestätigt: die Linke gewinnt, die große Koalition verliert - auch in Bayern", sagte Parteichef Lothar Bisky am Montag in Berlin. Die Partei habe auf Anhieb 4,3 Prozent der Stimmen in Bayern erreicht, darauf werde sie in den nächsten Jahren aufbauen.
Bisky warf der CSU vor, einen Anti-Kommunismus-Wahlkampf gegen seine Partei initiiert zu haben. Der von CSU-Chef Erwin Huber ausgerufene "Kreuzzug" gegen die Linke und die "Instrumentalisierung des Verfassungsschutzes" habe einen negativen Einfluss gehabt. Linken-Vizechef Klaus Ernst sagte, vor allem habe sich die Kampagne der CSU in eher ländlichen Regionen negativ für seine Partei ausgewirkt, wo sie zum Teil noch nicht mit Kandidaten vertreten sei.
Die Linke hatte im vergangenen Jahr mit ihrem Vorsitzenden Oskar Lafontaine als prominentes Zugpferd das Ziel ausgegeben, mit dem Einzug in westliche Landesparlamente die deutsche Parteienlandschaft zu verändern. Mittlerweile ist die Partei in Bremen, Hamburg, Niedersachen und Hessen in den Parlamenten vertreten. Krönen will sie ihre Westausdehnung im nächsten Jahr im Saarland. Der frühere SPD-Chef Lafontaine strebt dort ein Comeback als Ministerpräsident an.
Erneut keine Angaben machte die Linke, wen sie im Rennen um das Bundespräsidentenamt gegen Amtsinhaber Horst Köhler und SPD-Kandidatin Gesine Schwan ins Rennen schicken will. Man habe immer gesagt, nach Bayern werde die Partei eine Entscheidung fällen. "Sie ist aber noch nicht herbeigeführt", sagte Bisky. Die Entscheidung soll am 14. Oktober verkündet werden. Medienberichten zufolge, erwägt die Linke den ostdeutschen Schauspieler und ehemaligen Tatort-Kommissar Peter Sodann zu nominieren.
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