Urheberrechtsschutz von Gebrauchstexten
Archivalia | 3. April 2010 — http://sewoma.de/berlinblawg/urteile/urheberrecht/lg-stuttgart-17-o-68-08/ Der Schutz eines sechsseitigen Vertrags, der die Vermit…
1. Ein Vertragswerk ist grundsätzlich nicht nach § 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG geschützt. Ein Vertrag ist keine "Darstellung" die sich ausschließlich auf Ausdrucksmittel außerhalb der Sprache bzw. Schrift bezieht. 2. Bei nicht-literarischen Sprachwerken im Sinn von § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG , die einem praktischen Gebrauchszweck dienen (hier: Vertrag), sind weder die alltägliche, handwerklich saubere Gestaltung noch die darüber hinausgehende, besonders gelungene Schöpfung geschützt. Auch gut durchdachte, strukturiert aufgebaute und stilistisch gelungene Vertragswerke genießen keinen Urheberschutz. Dessen Schutzuntergrenze beginnt vielmehr erst, wenn der Vertrag und die Gestaltungstätigkeit gegenüber der Durchschnittgestaltung, d.h. einer Reihe von vergleichbaren Verträgen, weit überragt. Das bloße Überragen des rein Handwerklichen und Alltäglichen genügt hierbei nicht. (OLG Stuttgart, Beschluss vom 07.02.2008, Az. 4 U 221/07). Gerade zutreffend und präzise formulierte Vertragsformulierungen müssen für die Allgemeinheit frei bleiben. 3. Standardformulierungen und durchschnittlichen Schriftstücken auf wissenschaftlichem bzw. juristischem Gebiet fehlt die Werksqualität (BGH Urteil vom 10.10.1991, Az. I ZR 147/89 - Bedienungsanweisung; BGH Urteil vom 17.04.1986, Az. I ZR 213/83 - Anwaltsschriftsatz; BGH Urteil vom 21.11.1980, Az. I ZR 106/78 - Staatsexamenshausarbeit). Nur besondere Leistungen bei der Zusammenstellung von Inhalten (BGH Urteil vom 21.11.1991, Az. I ZR 190/89 - Leitsätze), Themen (BGH Urteil vom 12.07.1990, Az. I ZR 16/89 - Themenkatalog) oder bei der anschaulichen Umsetzung eines komplexen technischen Sachverhalts (BGH Urteil vom 11.04.2002, Az. I ZR 231/99 - technisches Regelwerk) rechtfertigen es, eine herausragende und urheberrechtlich zu schützende Gestaltung anzunehmen. Speziell bei Verträgen ist Urheberschutz nur anzunehmen, wenn es sich um besonders komplexe, aufwendige und umfangreiche Verträge handelt (etwa: Anlageverträge in Immobilienanlageprogrammen und Gesellschaftsverträge; vgl. LG Hamburg Urteil vom 04.06.1986, Az. 74 O 283/85 - Gesellschaftsvertrag; LG Köln v. 21.11.1986, Az. 28 O 291/86 - Vertragswerk). 4. Die Regelungsmaterie eines speziellen Vertrags (hier: Vermittlung von polnischen Pflegekräften) und die eventuelle Neuheit…
» Vollständiger ArtikelErschienen 20. Juni 2008 auf http://www.medien-internet-und-recht.de.
Archivalia | 3. April 2010 — http://sewoma.de/berlinblawg/urteile/urheberrecht/lg-stuttgart-17-o-68-08/ Der Schutz eines sechsseitigen Vertrags, der die Vermit…
IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 28. Mai 2008 — Mit Beschluß vom 06.03.2008 (Az.: 17 O 68/08) hat das Landgericht Stuttgart die Urheberschutzfähigkeit eines Mustervertrages zu…
Dr. Bücker Newsfeed | 10. Juli 2008 — Das Landgericht Stuttgart hat mit Beschluss vom 06.03.2008, Aktenzeichen – 17 O 68/08 – die urheberrechtlichen Anforderungen für d…
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 7. Januar 2009 — LG Stuttgart, Beschluss vom 06.03.2008, Az. 17 O 68/08 §§ § 2 Abs. 2 UrhG; §§ 3, 4 Nr. 9 UWG Das LG Stuttgart vertritt die …
Handakte WebLAWg | 28. Juli 2008 — In einem aktuellen Beschluss des LG Stuttgart vom 06.03.2008 (Az. 17 O 68/08) entschieden die Richter, dass Musterverträgen gen…
Archivalia | 22. Mai 2009 — Prof. Dr. Dieter Nennen, der sich in Sachen Archivrecht nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, vertritt in einer Anmerkung (ZUM 200…
MEDIEN INTERNET und RECHT | 13. April 2010 — 1. Bei einem Gebrauchszweck dienenden Sprachwerken (hier: Vermittlungs- und Dienstleistungsverträge für polnische Pflegekräfte) er…
BERLIN BLAWG | 2. April 2010 — Mit dieser Fragestellung hatte sich das Landgericht (LG) Stuttgart in seinem Beschluss vom 06. März 2008 – 17 O 68/08 – ausei…
MEDIEN INTERNET und RECHT | 16. September 2009 — 1. Abstrakte Gedanken und Ideen können urheberrechtlich nicht geschützt werden, sondern müssen im Interesse der Allgemeinheit geme…
Prof. Dr. jur. Dieter Nennen | 3. März 2009 — Die Website als Marketinginstrument bietet der Zielgruppe sorgsam aufbereitete und regelmäßig aktualisierte Inhalte. Recherche …