LG Stuttgart: Markenverletzung durch Kombinationsangebot mit Markenprodukt (Stihl)
wekwerth.de | 12. Dezember 2010 — Die willkürliche Benutzung einer (bekannten) Marke im Rahmen eines eBay-Angebots oder sonst stellt auch dann eine Markenverletz…
Mit Urteil vom 22.06.2010 (Az.: 17 O 41/10) hat das LG Stuttgart entschieden, dass die Ausnutzung eines bekannten Markenzeichens (hier: Stihl) für eigene Werbezwecke im Rahmen eines eBay-Angebotes markenrechtswidrig ist, sofern in diesem Angebot neben dem Markenprodukt ein weiteres markenfremdes Produkt dargeboten wird. Hierin liegt eine widerrechtliche Ausnutzung der Bekanntheit des Markennamens.
FallDie Klägerin ist Inhaberin der Marke Stihl ("S") und stellt motorisierte Geräte für die Gartenarbeit her. Dazu gehören auch Motor- und Kettensägen. Die Beklagte ist Inhaberin eines Unternehmens, das sich mit dem Im- und Export solcher Geräte befasst. Auf der Internetplattform ebay bot die Beklagte Kettensägen eines weiteren Herstellers zum Kauf an. Dabei erfolgte der Verkauf in Form von „Kombinationsangeboten“, d.h. das Angebot der Kettensägen wurde mit dem Angebot eines dazu gehörenden Motoröls kombiniert. Nur das Motoröl stammte dabei aber von der Klägerin. Obwohl die Kettensägen von einem anderen Unternehmen hergestellt wurden, verwendete die Beklagte den bekannten Markennamen der Klägerin in der Angebotsbeschreibung, um so die Aufmerksamkeit Ihrer Angebote zu verbessern.
Die Klägerin war der Ansicht, dieser Vorgang stellt eine Rufsausnützung der Marke „S“ dar und verletze deshalb ihr Markenrecht an dem Namen „S“. Die Beklagte dagegen argumentierte, dass Erschöpfung nach § 24 I MarkenG eingetreten ist, was sie dazu berechtigt den Namen „S“ zu benutzen.
EntscheidungDas LG Stuttgart hat geurteilt, dass der Tatbestand des § 14 II Nr.3 MarkenG zugunsten der Klägerin erfüllt ist und also ein Markenverstoß vorliegt. Danach ist die Benutzung einer fremden Marke verboten, wenn dadurch die Unterscheidungskraft der Marke in unlauterer Weise ausgenutzt wird.
Bei dem Zeichen „S“ handelt es sich um eine deutschlandweit bekannte Marke. Indem der Beklagte Angebote für Motorsägen mit dem Angebot von Motoröl der Marke „S“ verknüpft hat, wollte sie die Treffhäufigkeit für ihre Produkte erhöhen. Dies sei als markenrechtliche Benutzungshandlung ausreichend. Die Beklagte nutze auch in unlauterer Weise das positive Image der Marke „S“ für den Verkauf von Kettensägen anderer, wenig bekannter Hersteller aus. Das Gericht hierzu:
„Geschützt wird auch die Assoziationsfunktion zwischen Marke und ihren Produkten. Genau diese Assoziationsfunktion ist aber in Gefahr, wenn – wie hier – interessierte Verbraucher anhand des Markenbegriffs im Internet recherchieren, dabei aber zuhauf auf fremde Angebote Dritter gelenkt werden.“ „Zusätzlich besteht für die Klägerin die Gefahr, dass die von der Beklagten veräußerten Motorsägen aufgrund der Artikelbeschreibung und der bei Verwendung des Suchbegriffe „Motorsäge, Stihl“ angezeigten Treffer mit der Klägerin in Verbindung gebracht werden und dadurch der gute Ruf der Klägerin leidet.“Darüber hinaus liegt auch keine Erschöpfung…
» Vollständiger ArtikelErschienen 25. August 2010 auf http://www.it-recht-kanzlei.de/.
wekwerth.de | 12. Dezember 2010 — Die willkürliche Benutzung einer (bekannten) Marke im Rahmen eines eBay-Angebots oder sonst stellt auch dann eine Markenverletz…
IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 24. September 2010 — Das OLG München (Urteil vom 17.06.2010, Az. 26 U 4083/09) hat entschieden, dass die Wortmarke „Viaguara“ mit der bekannten Mark…
Kurz Pfitzer Wolf | 26. Juli 2010 — Was war passiert? Die klagende ANDREAS STIHL AG & Co. KG ist Herstellerin der bekannten "Stihl"-Kettensägen und vertreibt…
IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 9. Juli 2010 — Nein, sagt der BGH (Beschluß vom 15.09.2005, Az.: I ZB 10/03). Es genügt den Anforderungen der rechtserhaltenden Benutzung i…
IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 7. September 2010 — Das LG München (Urteil vom 06.07.2010, Az. 33 O 8163/10) hat entschieden, dass das Anbieten von Produkten unter bestimmten Mark…
Bella & Ratzka Rechtsanwälte | 23. September 2011 — Der Europäische Gerichtshof hat entschieden (Urteil v. 22.09.2011, Az.: C-323/09), dass es zulässig sein kann, eine bekannte …
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 20. September 2010 — LG Stuttgart, Urteil vom 22.06.2010, Az. 17 O 41/10 §§ 14 Abs. 2; 24 Abs. 1, Abs. 2 MarkenG Das LG Stuttgart hat entschiede…
SCHINDLER BOLTZE Rechtsanwälte | 12. September 2007 — Wer über die Versteigerungsplattformen im Internet (z.B. eBay) regelmäßig Verkäufe tätigt, sollte bei der Bezeichnung der jewei…
IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 10. Mai 2010 — Das OLG Frankfurt am Main hat in einer Entscheidung vom 01.10.2009 (Aktenzeichen: 6 U 88/ 08) eine markenmäßige Benutzung bei V…
IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 10. Mai 2010 — Das OLG Frankfurt am Main hat in einer Entscheidung vom 01.10.2009 (Aktenzeichen: 6 U 88/ 08) eine markenmäßige Benutzung bei V…