LG Köln: Tombola mit 50-Cent-Losen im Internet wettbewerbswidrig

LG Köln, Urteil vom 07.04.2009, Az. 33 O 45/09 §§ 3, 4 GlüStV; 8a RStV

Das LG Köln hat entschieden, dass die Veranstaltung einer Tombola mit 50-Cent-Losen im Internet unzulässig ist. Der Antragsgegner bewarb die Tombola zusätzlich mit dem Slogan “Jetzt gewinne ich, was ich will” und vergab bei Registrierung auf seiner Webseite 2 Gratislose. Das Gericht war der Auffassung, dass der Antragsgegner sich wettbewerbswidrig verhalte, da er gegen das Glücksspielverbot im Internet verstoße. Es handele sich in diesem Fall nicht um eine Ausnahme gemäß Rundfunkstaatsvertrag (RStV), der Gewinnspiele, deren Einsatz nicht mehr als 50 Cent betrage, erlaube. Zwar betrage der Preis für ein Los 50 Cent, jedoch sei das Entgelt für die Teilnahme an der Tombola gerade nicht darauf beschränkt. Der Spieler kann das zu entrichtende Entgelt jederzeit in 50-Cent-Schritten erhöhen. Darauf sei das Spiel des Antragsgegners auch ausgerichtet, der den Spieler dazu animiere…

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Themen: Internet , Köln , Landgericht , Urteile & Beschlüsse , Glücksspiel , Glücksspielrecht , Gewinnspiel , Slogan , Erlaubnis , Tombola , Lose IM Internet

Erschienen 24. August 2009 auf http://damm-legal.de.

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