Einstweilige Verfügung gegen 'Lehrer-Benotungen' im Internet wieder aufgehoben
Die herrschende Meinung | 30. Juli 2007 — Das Landgericht Köln hat eine einstweilige Verfügung wieder aufgehoben, durch welche das Gericht am 15.5.2007 den Betreibern de…
Auch Lehrer müssen sich von Schülern öffentlich benoten lassen. Das Landgericht Köln (Az.: 28 0 263/07) hat heute eine einstweilige Verfügung wieder aufgehoben ( juracity berichtete bereits), durch welche den Betreibern der Internetseite www.spickmich.de verboten worden war, dort Daten über eine Lehrerin aus Moers zu veröffentlichen. Dies berichtet das Internetjournal MIR unter Berufung auf eine Pressemitteilung des Gerichts.
Diese Internetseite ermöglicht es Schülern ihre Lehrer in bestimmten Kategorien, wie “sexy”, “cool und witzig”, “beliebt”, “faire Noten”,” guter Unterricht” etc. zu benoten. Als Noten steht das Spektrum von 1 - 6 zur Verfügung; eben wie es die Schüler auch erleben müssen. Die Klägerin war dort mit Namen und Angabe der Schule benotet worden. Allerdings mit einem Notenschnitt von 4,3. Die Möglichkeit auch Zitate der Lehrerin auf die Seite einzustellen war noch nicht genutzt worden.
Die Lehrerin begehrte Unterlassung, weil sie ihr allgemeines Persönlichkeitsrecht verletzt sah und von Schmähkritik ihrer Person ausging.
Dem ist die Kammer heute nicht gefolgt. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Klägerin sei schon deshalb nicht verletzt, weil die veröffentlichten persönlichen Daten ohnehin von jedermann aus der Homepage der Schule ersichtlich seien. Dort seien sie mit Einverständnis der Klägerin veröffentlicht worden. Zudem seien die Daten inhaltlich zutreffend, ihre Veröffentlichung auch deshalb für die Klägerin nicht nachteilig. Ein Nachteil ergebe sich auch nicht, wenn man den Zusammenhang der Veröffentlichung der Daten mit den Benotungen in den einzelnen Kategorien berücksichtige, da letztere vom Grundrecht auf Meinungsäußerung umfasst und damit gleichfalls zulässig sei. Es handele sich insoweit nicht um Tatsachenbehauptungen, sondern um Werturteile, die zulässig seien, weil sie die Grenze zur unsach…
» Vollständiger ArtikelErschienen 11. Juli 2007 auf http://blog.juracity.de.
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