LG Karlsruhe: Belehrung über Wertersatzpflicht bei eBay noch nach Vertragschluss bis zur Lieferung möglich? - § 312c Abs. 1 und Abs. 2 BGB sind keine Spezialvorschriften, die § 357 Abs. 3 Satz 1 bezüglich der Rechtsfolgen des Widerrufs (insb. W
am 10.10.2007 von MEDIEN INTERNET und RECHT
1. Nach § 312c Abs. 1 BGB hat der Unternehmer den Verbraucher rechtzeitig vor
Abgabe von dessen Vertragserklärung in einer dem eingesetzten Fernkommunikationsmittel entsprechenden
Weise klar und verständlich die Informationen zur Verfügung zu stellen, für die die BGB-lnfoV bestimmt ist,
also gemäß § 1 Nr. 10 BGB-InfoV die Voraussetzungen für das Bestehen oder Nichtbestehen eines Widerrufs- oder
Rückgaberechts sowie die Bedingungen, Einzelheiten der Ausübung usw.
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2. § 312c Abs. 1 verlangt nicht nur eine formale Information sondern vor allem eine klare und zutreffende Information.
Denn die Widerrufsfrist beträgt dann, wenn die Belehrung in Textform erst nach Vertragschluss mitgeteilt wird einen Monat.
Dies gilt auch dann, wenn vor Vertragsschluss Im Internet wie geschehen belehrt wird. § 312 c Abs. 1 BGB macht die
Belehrung in Textform nicht überflüssig, sondern statuiert eine zusätzliche Informationspflicht bei Fernabsatzverträgen
und wird ergänzt durch die ausdrückliche Verpflichtung, dem Verbraucher die entsprechenden Informationen (auch)
in Textform mitzuteilen und zwar bei der Lieferung von Waren spätestens bis zu deren Lieferung an den Verbraucher.
Genügt danach nicht schon die Belehrung auf einer Internetseite den Anforderungen der Textform, so greif daher
zwingend § 355 Abs. 2 BGB ein und es gilt eine einmonatige Widerrufsfrist.
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3. Gemäß § 357 Abs. 3 BGB hat der Verbraucher abweichend von § 346 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 BGB Wertersatz
für eine durch die bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme der Sache entstandene Verschlechterung nur dann
zu leisten, wenn er spätestens bei Vertragsschluss in Textform auf diese Rechtsfolge und eine Möglichkeit
hingewiesen worden ist, sie zu vermeiden. § 312c Abs. 1 und Abs. 2 BGB …
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