Alle Blogs » LG Frankfurt a.M.: Störerhaftung bei Werbung auf illegaler Tauschbörse - Ein Unternehmen, dass auf wettbewerbs- bzw. rechtswidrigen Internetseiten wirbt, kann als Störer wegen des vom Betreiber der Internetseite begangenen Wettbewerbsverstoßes h

LG Frankfurt a.M.: Störerhaftung bei Werbung auf illegaler Tauschbörse - Ein Unternehmen, dass auf wettbewerbs- bzw. rechtswidrigen Internetseiten wirbt, kann als Störer wegen des vom Betreiber der Internetseite begangenen Wettbewerbsverstoßes h

am 31.05.2008 von http://www.medien-internet-und-recht.de

1. Das Zugänglichmachen indizierter jugendgefährdender, volksverhetzender und gewaltverherrlichender
Filme im Wege des Herunterladens aus dem Internet ist nach dem Jugendschutzgesetz verboten und strafbar
(§§ 27 Abs. 1 Nr. 1, 15 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 JuSchG).
Indem der Betreiber einer Webseite das Herunterladen solcher Filme ohne Altersverifikationssystem ermöglicht,
handelte er zugleich unlauter im Sinne von §§ 3, 4 Nr. 11 UWG. Denn die Vorschriften aus dem Jugendschutzgesetz
haben die Qualität als Marktverhaltensregelung gemäß § 4 Nr. 11 UWG, weil das Jugendschutzgesetz auch
die wettbewerblichen Interessen der Verbraucher schützt (BGH Urteil vom 12.07. 2007 - Az. I ZK 18/04).


2. Ein Unternehmen, dass auf wettbewerbs- bzw. rechtswidrigen Internetseiten wirbt (hier: illeagale Tauschbörse), kann als Störer wegen des vom Betreiber
der Internetseite begangenen Wettbewerbsverstoßes haften, wenn ein Ausnutzen des Wettbewerbsverstoßes des
Bertreibers vorliegt und das werbende Unternehmen dahingehende Prüfungspflichten verletzt. Ein Ausnutzen des Wettbewerbsverstoßes
liegt bereits dann vor, wenn der Erfolg der Werbung maßgeblich davon abhängt, dass gerade aufgrund des Wettbewerbsverstoßes
(hier: rechtswidrige Downloadmöglichkeit für Filme) die betreffende Internetseite von vielen Internetnutzern aufgesucht
wird, mit der Folge, dass die geschaltete Werbung eine entsprechende Verbreitung findet.


3. Als Störer haftet auch derjenige auf Unterlassung, der - ohne Täter oder Teilnehmer eines
Wettbewerbverstoßes zu sein - in irgendeiner Weise willentlich und adäquat-kausal zur Verletzung eines geschützten
Gutes (hier: Jugendschutz) beigetragen hat (BGH NJW 2004, 3102, 3105 und 2007, 2636, 2639). Als Mitwirkungshandlung
genügt bereits die Unterstützung oder Ausnutzung der wettbewerbswidrigen Handlung eines eigenverantwortlich handelnden Dritten.
Indem die Antragsgegnerin auf der wettbewerbswidrigen Internetseite Werbung für ihre Angebote schalten ließ, nutzte
sie die Internetseite aus. Denn der Erfolg der Werbung der Antragsgegnerin …

Störerhaftung bei Werbung auf illegaler Tauschbörse

Recht Medial / Das folgende Urteil ist zwar schon vom 2. Januar diesen Jahres, ich habe es aber gerade entdeckt und verliere ein paar Worte darüber. Das Landgericht Frankfurt entschied an dem Tag, dass ein Unternehmen, das auf wettbewerbs- bzw. rechtswidrigen Inte…

LG Frankfurt a. M.: Störerhaftung wegen Bannerwerbung auf Webseite einer Tauschbörse

§§ Jur-Blog.de §§ / Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 02.01.2008, Az. 3-08 O 143/07 - Die Schaltung von Bannerwerbung für auf einer illegalen Tauschbörse kann abgemahnt werden. Wie das Frankfurter Gericht schon im Januar ´08 entschied, darf die umgehung von U…

Störerhaftung bei Werbung auf illegaler Tauschbörse

Handakte WebLAWg / Das Zugänglichmachen indizierter jugendgefährdender, volksverhetzender und gewaltverherrlichender Filme im Wege des Herunterladens aus dem Internet ist nach dem Jugendschutzgesetz verboten und strafbar. Indem der Betreiber einer Webseite das Herunt…

Werbung bei illegalen Tauschbörsen kann teuer werden

Pfitzer.Rechtsanwaelte / In dem Verfahren vor dem Landgericht Frankfurt am Main (Urteil vom 02.01.2008 - Az. 3-08 O 143/07) wurde ein DSL-Anbieter wegen eines Verstoßes gegen Wettbewerbsrecht in Anspruch genommen, weil dieser auf einer Seite Bannerwerbung geschaltet hatte,…

OLG München: Auf fremder Internetseite Werbender haftet für deren rechtswidrigen Inhalt, wenn er nach Abmahnung keine Gegenmaßnahmen ergreift

RA Kadelke / Ergreift ein Werbetreibender, dessen Werbung über sogenannte Affiliateprogramme verbreitet und dabei auf solchen Internetseiten veröffentlicht wird, nach einer Abmahnung keine hinreichende Fürsorge dafür, dass Verstöße der abgemahnten Art sich…

OLG München: Auf fremder Internetseite Werbender haftet für deren rechtswidrigen Inhalt, wenn er nach Abmahnung keine Gegenmaßnahmen ergreift

RA Kadelke / Ergreift ein Werbetreibender, dessen Werbung über sogenannte Affiliateprogramme verbreitet und dabei auf solchen Internetseiten veröffentlicht wird, nach einer Abmahnung keine hinreichende Fürsorge dafür, dass Verstöße der abgemahnten Art sich…

OLG Koblenz: Irreführende Werbung durch Ortsvorwahl - Die Werbung eines Unternehmens, bei dessen Leistungen es dem Verbraucher auf die Ortsansässigkeit ankommt (hier: Umzugsunternehmen), im Internet oder Telefonbuch mit einer vom Unternehmenssitz

MEDIEN INTERNET und RECHT / 1. Wirbt ein Unternehmen, bei dessen (Dienst-) Leistungen es dem Kunden auf gerade auch auf die Ortsansässigkeit ankommt (hier: Umzugsunternehmen), auf seiner Internetseite und in einem Telefonbuch mit einer bestimmten Ortsvorwahl, liegt eine Irre…

» Suche in den JuraBlogs

Automatisch übernommen von:

Rechtsanwalt Thomas Gramespacher

Onlinepublikation zum Medien- und Internetrecht

» MEDIEN INTERNET und RECHT

» Aktuell in den Lawblogs

» Top-Meldungen

» TOP-Meldungen per E-Mail

Infos zum kostenlosen Service »