LG Düsseldorf: Kirchennachrichten: Geistliche vs. geistige Schöpfung? - Texte, die sich auf die Wiedergabe tatsächlicher Geschehnisse beschränken, sich aus der Natur der Sache ergeben und durch Üblichkeit und Zweckmäßigkeitsgesichtspunkte
am 16.05.2007 von http://www.medien-internet-und-recht.de
1. Die für die Zubilligung des Urheberrechtsschutzes
erforderliche Gestaltungshöhe erfordert, dass eine schöpferische Eigenheit gleich welchen
Grades an dem jeweiligen Ergebnis der menschlichen Tätigkeit festgestellt werden kann.
Schutzfähig sind Schriftwerke letztlich nur bei einer eigenschöpferischen Gedankenformung
und führung des dargestellten Inhalts oder der besonders geistvollen Form und Art
der Sammlung, Einteilung und Anordnung des dargebotenen Stoffes
(vgl. BGH GRUR 1984, 659, 660 Ausschreibungsunterlagen).
<br><br>
2. Texte (Schriftwerke), die sich im Wesentlichen auf die Wiedergabe tatsächlicher Geschehnisse beschränken, sich
mehr oder weniger aus der Natur der Sache die eine Beschreibung von Vorkommnissen
und die Wiedergabe bestimmter Äußerungen Dritter oder Vorgänge erfordert ergeben und in ihrer
ganzen Darstellung durch Üblichkeit und Zweckmäßigkeitsgesichtspunkte vorgegeben sind, kommt ein
Urheberrechtschutz gem. § 2 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 UrhG nicht zu, da sie das Kriterium der
persönlich-geistigen Schöpfung nicht erfüllen. (hier: Die Gestaltung von Nachrichten tatsächlichen Inhalts
zu religiösen bzw. kirchlichen Fragen, die den Rahmen des Üblichen in diesem Bereich nicht sprengen und
gerade nicht Ausdruck einer eigenschöpferischen, eigentümlichen Gedankengestaltung sind).
<br><br>
3. Bei der Übernahme von Textpassagen müssen diese ihrerseits die Anforderungen an die
urheberrechtliche Schutzfähigkeit einer sprachlichen Gestaltung erfüllen, d.h. …
LG Düsseldorf: Nachrichten sind nicht urheberrechtlich geschützt
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte / LG Düsseldorf, Urteil vom 25.04.2007, Az. 12 O 194/06 §§ 2 Abs. 1 Nr. 1; Abs. 2, § 49 Abs. 2 UrhG Laut einer Entscheidung des LG Düsseldorf kommt Nachrichtenmeldungen, oder jedenfalls kurzen Teilen davon, kein urheberrechtlicher Schutz zu. Im zu…
OLG München: Presserechtliche Warnschreiben - Zur urheberrechtlichen Schutzfähigkeit und zum grundrechtlichen Schutz anwaltlicher Schriftsätze (hier: presserechtliche Warnschreiben)
MEDIEN INTERNET und RECHT / 1. Auch Anwaltsschriftsätze sind als Schriftwerke grundsätzlich nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG dem Urheberrechtsschutz zugänglich. Sie sind grundsätzlich dem (rechts-) wissenschaftlichen und nicht dem literarischen Bereich zuzuordnen. Bei wissensc…
BGH: Gedichtsliste I - Für den Schutz einer Sammlung als Datenbankwerk reicht es aus, dass diese in ihrer Struktur, die durch Auswahl oder Anordnung des Inhalts geschaffen worden ist, einen individuellen Charakter hat.
MEDIEN INTERNET und RECHT / 1. Gegenstand des Schutzrechts an einem Datenbankwerk (hier: einer systematischen Gedichtstitelliste), einem Unterfall des Sammelwerkes (§ 4 Abs. 1 UrhG), ist die Struktur der Datenbank als persönliche geistige Schöpfung, die auch in der Auswa…
Urheberrechte an Fachtexten und -informationen
Prof. Dr. jur. Dieter Nennen / Ein Text kann als Schriftwerk urheberrechtlich geschützt sein. Dient das Geschriebene dem praktischen Gebrauch, ist die Grenze der Urheberrechtsschutzfähigkeit nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 1991 aber erst erreich…
Schöpfungshöhe eines Anwaltsschriftsatzes
Archivalia (Archivrecht) / http://www.kanzlei-prof-schweizer.de/bibliothek/urteile/index.html?id=13807 OBERLANDESGERICHT MÜNCHEN Aktenzeichen: 29 W 2325/07 Auszug: a) Das Schreiben vom 16. Juli 2007 genießt keinen urheberrechtlichen Schutz. aa) Auch Anwaltsschriftsätze…
Urheberrechtschutz von Zeitungsartikeln
Handakte WebLAWg / Bei Sprachwerken ist die Schutzuntergrenze nach allgemeiner Meinung niedrig anzusetzen ist, so dass auch die so genannte “kleine Münze” des Urheberrechts geschützt wird. Die individuelle geistige Schöpfung kann dabei sowohl in der von…
