Roxin kommt
Andere Ansicht | 24. Januar 2008 — Am heutigen Donnerstag, 24. Januar 2008 wird Prof. Dr. Claus Roxin auf Einladung der Juristen ALUMNI Würzburg e.V. an der juristis…
Der Vortrag von Claus Roxin "Vom Beruf des Juristen und vom Studium des Rechts" geht an einigen Stellen auf Lernstrategie ein. Das Thema interessiert mich (Siehe mein Buch "Lernstrategie Jura"). Daher habe ich einige kurze Kommentare. Bemerkenswert ist erstens die Aussage von Roxin, man solle Vorlesungen "ausnahmsweise" besuchen, nämlich dann, wenn man vom Dozenten und seiner Stoffvermittlung fasziniert ist. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss, dass nach Auffassung Roxins normalerweise der Besuch von Vorlesungen deutscher Professoren Zeitverschwendung ist, weil die Dozenten das nur "ausnahmsweise" anzutreffende, aber erforderliche "faszinierende" Niveau nicht erreichen. Das wäre kein besonders freundliches Gesamturteil über die durchschnittliche Befähigung zur Lehre. Ich hoffe daher, dass ich Roxin insoweit falsch verstanden habe. Leider steht dieser Hoffnung allerdings die andere Stelle in dem Vortrag entgegen, wo Roxin von "relativ seltenen sehr guten Vorlesungen" spricht. Meine Auffassung ist genau umgekehrt. Wenn jemand in seinem Studium nur "ausnahmsweise" auf Veranstaltungen trifft, die "faszinierend" sind, liegt die Überlegung nahe, dass die eigenen Neigungen eher auf einem anderen Gebiet liegen. Weiter will ich folgende Ausführungen von Roxin kurz aufgreifen: "Und auch Schreiben und Reden ist sehr wohl erlernbar, wenn auch leider so gut wie gar nicht auf der Universität. Wenn jemand auch nur täglich 20 Seiten Thomas Mann liest und einer Beziehungsperson täglich einen zehnminütigen Probevortrag hält, wird er rasch merken, wie seine Ausdrucksfähigkeit zunimmt. " Dies deckt sich weitgehend mit meiner Auffassung, wonach es für ein gutes Examen auch wichtig ist, die eigene Ausdrucksfähigkeit zu schulen. Man muss gut Schreiben lernen, um sein Wissen auch wirkungsvoll anbringen zu können. Link zu dem Vortrag gefunden bei Lawgical.
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