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Leipziger Volkszeitung

am 12.12.2006 von http://www.unfehlbar.net

Beim Lesen der “Leipziger Volkszeitung” (LVZ) — ein Schelm, wer sie mit der “Volkszeitung von Leipzig” verwechselt — drängt sich immer wieder der Eindruck auf, dass hier der Titel “Volkszeitung” sowie die Geschichte als Zeitung der Arbeiterbewegung zum Vorwand dafür genutzt wird, statt eines investigativen und möglichst objektiv informierenden Journalismus dankbar populistische Klischees zu bedienen.
Als etwa die Süddeutsche Zeitung im Wirtschaftsteil zum Thema Weihnachtsgeschäft mehrfach über sehr zufriedene Händler, eine gestiegene Kauflust bei den Verbrauchern und den Vorzugseffekt der Mehrwertsteuererhöhung berichtete, befragte die LVZ einige Leipziger nach deren Kaufkraft und erhielt — oh Wunder — die Grundlage für einen Beitrag mit dem Tenor:
Wir haben kein Geld für Weihnachtsgeschenke. In Zeiten von Hartz-IV wird eben alles immer schlechter.
Dieser notorische Unzufriedenheits-Journalismus findet nun heute Ausdruck in einem Beitrag über die Verurteilung des 15jährigen Mörders der 13 Jahre alten Jennifer aus Annaberg-Buchholz. Das Gericht hatte ihn zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das Gericht begründete, der Täter sei mit “erschreckender Brutalität” vorgegangen. Bei der Strafzumessung seien jedoch das jugendliche Alter des Angeklagten und sein Geständnis zu berücksichtigen gewesen. Ferner hatte der beauftragte Gutachter eine Persönlichkeitsstörung mit narzistischen Zügen festgestellt (Quelle: SZ v. 12.12.06, S. 14, Reuters, dpa).

Die LVZ titelt empört:
“Urteil nicht nachvollziehbar”
und begründet dies damit, dass das Gericht mit seinem Urteilsspruch unter der vom Gesetz als Höchststrafe für jugendliche Straftäter zugelassenen Freiheitsstrafe von zehn Jahren geblieben ist. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre gefordert. Staatsanwalt Stephan Butzkies hatte zudem — sogar nach dem eigenen Bericht der LVZ — ausdrücklich betont, dass eine …

ORDNUNGSBÜRGERMEISTER

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Falsa demonstratio, Herr Vorsitzender

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Unbestechlich, zynisch und manchmal nicht ganz ernst.

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