Abyssus abyssum: Mit der Zeit nimmt die Seele die Farbe unseres Denkens an ....
Die Rechtsanwäldin | 2. November 2009 — Soll ich heute FOCUS (Titelthema: Depressionen) lesen oder nicht? Oder reicht es schon, wenn ich heute schon Spitzer "Reine…
In "Legal Eagle" (deutsch etwa: erfolgreicher Rechtsanwalt und nicht "Staatsanwälte küsst man nicht.") tanzt der Staatsanwalt nachts, wenn er mal wieder nicht schlafen kann, Stepp. Das ist unsereinem dann doch zu mühsam. Nachdem wir heute Nacht nach unserem VOXhochschulkurs "Lie to me" zur Körpersprache erst recht (aufgewühlt) nicht mehr schlafen konnten, haben wir uns dann auch noch den Moderator von "Geist und Gehirn" im alpha-Forum des BR-(alpha) reingetan, während wir unsere Zehen kreisen ließen. Da wurde einem nochmals so richtig bewußt, welcher zweiten Traumatisierung Ex-Bischof in spe Dr. Walter Mixa (Körpersprache !- Ende "seines" Interviews mit sienen handverlesenene Kameraleuten!) den wohl mittlerweile 8 Schäfchen durch sein wochenlanges Ringen MIT SICH SELBST und den Medien ausgesetzt hat(te): (Die Passagen zu Schule, freiem Willen etc. sind natürlich nicht weniger nachlesenswert) BR-Alpha stellt dankenswerterweise den kompletten Text als PDF-Datei auf seiner Homepage HIER zur Verfügung: "Ruchlak: Macht man das auch in der Traumatherapie? Versucht man dort, bestimmte Erlebnisse neu zu besetzen? Spitzer: Nicht wirklich. Man hat etwas sehr lange gemacht, von dem man heute weiß, dass es nicht funktioniert: Man hat früher die Betroffenen nach dem Trauma sehr viel darüber reden lassen. Darüber gibt es sehr gute Forschungen, z. B. nach der Katastrophe vom 11. September 2001, also dem Anschlag auf das World Trade Center. Man hat damals ja auch jede Menge Psychologen zu den Überlebenden geschickt, um lange und ausführlich mit ihnen zu reden. Aber man fand später leider heraus: Je mehr darüber geredet wurde, desto traumatisierter waren die Betroffenen. Denn es ist nun einmal so, dass das Gedächtnis Gedächtnisspuren anlegt: Alles, was wir erleben, gräbt sich da ein. Und wenn man noch lange darüber spricht, immer wieder darüber spricht und alles wieder und wieder durchkaut, gräbt sich das Erlebte immer noch tiefer ein. Deswegen wird das Trauma umso größer, je länger und intensiver man hinterher darüber spricht. Ruchlak: Das heißt, man sollte nicht darüber reden? Spitzer: Ja, zuerst einmal ist schweigen Gold und reden nur Silber. Ruchlak: Eine erstaunliche Aussage. Spitzer: Die Psychologie eines Menschen ist nun einmal komplizierter als Hollywood. In einem Hollywood-Film ist es immer so, dass da etwas in einem Menschen bohrt und bohrt und wenn man dann mit ihm nur lange genug darüber redet, ist er geheilt. Das ist aber alles Unsinn. Wenn irgendwo die nächste schreckliche Katastrophe passiert und irgendein Minister sagt, dass da nun Psychologen hingeschickt werden müssen, dann ist das Unfug! Wissenschaftlich betrachtet ist das wirklich grober Unfug. Wenn Menschen traumatisiert sind, dann kann man Therapien machen, in denen sie umlernen können: Sie müssen dann lernen, dass sie, wenn sie sich sehr schlecht fühlen, wenn erneut dieses rasende Herz…
» Vollständiger ArtikelErschienen 22. April 2010 auf http://rechtsanwaeldin.blogspot.com.
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Manfred Spitzer ist Hirnforscher, Psychiater und Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL). Seit 2004 präsentiert er in BR-alpha die Ergebnisse der aktuellen Hirnforschung in der Sendung "Geist & Gehirn".