Es geht nicht darum, Madonnas Musik zu stehlen
Handakte WebLAWg | 26. Dezember 2006 — Steht das Copyright-System neuen Kunstwerken im Wege? Die Antwort ist: Ja. Das denkt Lawrence Lessig, Rechts-Professor an der…
In seinem Kampf für ein Copyright-System, das nicht nur Großkonzernen nützt, ist Lawrence Lessig regelmäßig auf Politiker gestoßen, die von Lobbyisten der Medienindustrie abhängig waren. Der Rechtsprofessor aus Stanford hat nun beschlossen, das Problem an der Wurzel zu packen und gegen die Korruption in der US-Politik zu kämpfen.
Lessig, Rechtsprofessor an der US-Universität Stanford, kämpfte als Mitbegründer von Creative Commons jahrelang gegen ausufernde Urheberrechte. Ab und zu wurde er während dieser Zeit von Politikern eingeladen.
Diese seien immer wieder völlig überrascht gewesen, dass es zu dem Thema noch eine andere Perspektive als die der Rechteinhaber gebe, wusste Lessig unlängst anlässlich der Emerging-Technology-Konferenz in San Diego zu berichten. “Freie Kultur hat eben keine Lobbyisten, die Copyright-Industrien dagegen schon“, so Lessig.
Lobbyisten sind denn auch in den Augen von Lessig eines der Grundprobleme der US-amerikanischen Politik. Teuer bezahlten Interessenvertretern gelinge es immer wieder, Politiker zu vereinnahmen und damit Gesetze zu beeinflussen. Die verheerenden Folgen dieser Praxis könne man unter anderem in der Klimapolitik und der Urheberrechtsgesetzgebung der USA sehen.
Einfluss nehmen Lobbyisten in erster Linie mit Geld. US-Politiker sind zum Finanzieren ihrer Wahlkampagnen auf immer mehr Spendengelder angewiesen, und Lobbyisten gehören zu den fleißigsten Spendern. Lessig will diese Praxis nun mit einer neuen Organisation namens Change Congress bekämpfen. (…)
Quelle: FuZo vom 04.05.2008
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