Lastschrift-Reiterei vor dem Amtsgericht

Wegen Betrugs in insgesamt 26 Fällen müssen sich am Donnerstag drei Geschäftsleute aus Marktheidenfeld (Main-Spessart-Kreis) vor dem Würzburger Amtsgericht verantworten. Einem 65-jährigen Kaufmann und seinen beiden 42 Jahre alten Söhnen wird vorgeworfen, sich im Wege der illegalen „Lastschrift-Reiterei“ auf Kosten von drei Banken über 200.000 Euro verschafft zu haben.

Zehn Monate dauerte es, bis die bei einer Durchsuchung Ende Januar 2006 in den Geschäfts- und Wohnräumen der drei Angeklagten beschlagnahmten Unterlagen ausgewertet waren. Mitte November hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Betrug erhoben, die jetzt bei dem für Wirtschaftsdelikte zuständigen Würzburger Amtsgericht verhandelt wird.

Die drei Angeklagten waren Geschäftsführer von insgesamt vier Gesellschaften mit Sitz in Marktheidenfeld, die sich laut Staatsanwaltschaft Anfang des Jahres 2004 in erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten befanden. In dieser Situation bot ihnen eine Darlehensvermittlerin aus der Schweiz kurzfristige Darlehen an, die als Lastschrift eingezogen werden sollten. Als „Gebühr“ wurden zwanzig Prozent der Darlehenssumme fällig.

Der Trick dabei: Weil die Darlehen durch die Angeklagten per Lastschrift eingezogen wurden, konnten die Beträge jeweils innerhalb einer Frist von sechs Wochen vom Darlehensgeber ohne Angabe von Gründen zurückgebucht werden. Die betroffenen Banken sind aufgrund des deutschen Lastschriftabkommens verpflichtet, die Rückbuchung vorzunehmen.

Im Fall der drei Marktheidenfelder Geschäftsleute sollen die Castell-Bank Würzburg, die Raiffeisenbank Marktheidenfeld und die HypoVereinsbank Marktheidenfeld auf diese Weise um insgesamt rund 274.000 Euro geschädigt worden sein. Beim Einzug der Lastschriften sollen die Angeklagten den Bank-Mitarbeitern verschwiegen haben, dass es sich nicht um Forde…

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Erschienen 10. Juni 2007 auf http://www.woetzel-online.info/.

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